Zurückhaltung vor US-Produktivitätsdaten und Cisco-Zahlen
Nur geringe Ausschläge beim Dax

Wichtige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus - und das derzeit ohnehin trübe Geschäft am deutschen Aktienmarkt kommt fast völlig zum Erliegen.

FRANKFURT/M. Im Vorfeld der heutigen Zahlenflut von Adidas, BMW und BASF, der Daten zur US-Produktivität im zweiten Quartal und des Quartalsberichtes des amerikanischen Technologiekonzerns Cisco schien sich gestern bei äußerst geringen Umsätzen kaum ein Marktteilnehmer aus der Deckung heraus zu wagen. "Die Anleger kaufen sehr selektiv, ein Trend ist nicht zu erkennen", sagte ein Händler.

Zunächst waren die Aktienkurse freundlich in die neue Woche gestartet, Beobachter hatten aber bereits zu Handelsbeginn mit fallenden Kursen im Tagesverlauf gerechnet. Am frühen Nachmittag bestätigte sich ihre Prognose denn auch: Der Deutsche Aktienindex (Dax) gab seine Auftaktgewinne wieder ab und drehte ins Minus. Dabei handelte es sich aber auch schon um die auffälligste Bewegung des Tages, denn anschließend pendelte das Börsenbarometer lediglich um den Schlussstand vom Freitag - und das relativ lustlos, wie vom Handelsblatt befragte Händler bestätigten. Der Dax schloss schließlich bei 5 746,04 Punkten (+0,18 %).

Die Grundstimmung bleibe mit Blick auf die konjunkturellen Rahmenbedingungen pessimistisch, hieß es. Nach den Worten des Wirtschaftsweisen Bert Rürup rechnet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland für 2001 nur noch mit einem Wachstum von 1,4 %. Da passten auch die rückläufigen deutschen Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe im Juni ins Bild, sagte ein Händler eines Frankfurter Finanzdienstleisters. Klaus Tafferner, technischer Analyst bei Concord Effekten, hält einen Dax-Rückfall auf die Juli-Tiefstände von rund 5 550 Punkten zumindest kurzfristig für denkbar.

Tagesgewinner waren die Aktien der Deutschen Telekom, nachdem die Analysten der Deutschen Bank ihre Kaufempfehlung für den Wert bekräftigt hatten. Auch das Interesse der WestLB am Festnetz der British Telecom sowie die Aussicht, dass sich der Bund vorerst nicht von seinen Telekom-Anteilen trennen will, haben der Aktie Marktteilnehmern zufolge Auftrieb verliehen. Das Schlusslicht bildeten die Aktien der Commerzbank. Das Institut legt am Donnerstag Zahlen vor. Auch die Technologiewerte, allen voran Epcos notierten im Vorfeld der Cisco-Zahlen leichter.

Der MDax gab 0,5 % auf 4 680,87 Punkte ab. Porsche verloren mehr als 4 %. Heute Abend entscheidet der Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse darüber, ob der Sportwagenhersteller am 24. September den MDax verlassen muss. Auch Spar sei in Gefahr, da das Unternehmen wie auch Porsche keine Quartalsberichte vorlege, äußerte sich Matthias Jörss vom Bankhaus Oppenheim. Die Regionalbörsen tendierten uneinheitlich bis leichter.

Quelle: Heike Herbertz
Petra Hoffknecht
Handelsblatt / Redakteurin
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