Zusätzliche Anstrengungen notwendig
UN-Bericht nennt El-Kaida-Netzwerk finanzstark

Osama bin Ladens Terrornetzwerk El Kaida kennt nach einem Expertenbericht keine finanziellen Probleme und ist knapp ein Jahr nach dem 11. September wieder "fit und wohlauf". Der Bericht soll dem Weltsicherheitsrat in der kommenden Woche vorgelegt werden. Die weltweiten Bemühungen um das finanzielle Austrocknen der Terroristen seien zum Erliegen kommen, urteilen die Experten.

HB NEW YORK/WASHINGTON. Ein hoher US-Beamter wies den Bericht am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington als übertrieben zurück. "Wir sind sicher, dass sich unsere Bemühungen auswirken. El Kaida und andere terroristische Organisationen leiden als Ergebnis unserer Aktionen", sagte Staatssekretär Jimmy Gurule aus dem US-Finanzministerium. Außerdem seien potenzielle Geber vorsichtiger bei der Geldvergabe an zweifelhafte Organisationen.

Er gab bekannt, die USA und Italien hätten das Guthaben von weiteren 25 Einzelpersonen und Einrichtungen wegen des Verdachts terroristischer Verbindungen beschlagnahmt. Elf Personen sind mit der in Algerien ansässigen Salafist-Gruppe verbunden; die 14 Organisationen werden von Achmed Idris Nasreddin oder Jussef Nada kontrolliert, die beide auf der schwarzen Liste stehen.

Autoren des kritischen Berichtes sind unabhängige Experten um den früheren britischen Militär Michael Chandler, die von den Vereinten Nationen beauftragt worden sind, die Einhaltung der UN-Resolutionen gegen El Kaida zu prüfen. Die Gruppe kommt zu dem Ergebnis, dass El Kaida "nach eigenem Gutdünken erneut zuschlagen kann". Sie habe weiterhin Zugang zu Geld aus dem persönlichem Erbe von Bin Laden. Außerdem stünden ihr Mittel zur Verfügung, die bei Hilfsorganisationen unterschlagen worden seien. In Nordafrika, im Nahen Osten und Asien habe El Kaida zwischen 30 und 300 Millionen Dollar angehäuft, die von ihren Sympathisanten verwaltet würden.

Expertengruppe kritisiert Europa

In den ersten Monaten nach dem 11. September hätten die USA und andere UN-Mitglieder El-Kaida-Vermögen in Höhe von 112 Millionen Dollar eingefroren oder beschlagnahmt. Seitdem seien aber nur noch zehn Millionen Dollar zusätzlich blockiert worden. Deshalb sollten alle Staaten ihre Anstrengungen auf nationaler und internationaler Ebene verdoppeln und alle Rechtsmittel ausschöpfen.

Der Weltsicherheitsrat hatte alle 189 Mitgliedstaaten im Januar per Resolution verpflichtet, die Konten und andere Anlagen von El- Kaida-Anhängern einzufrieren und ihre Ausreise zu verhindern. Die UN - Liste von Personen und Organisationen, für die Beschränkungen gelten, führt derzeit 234 Namen auf.

Die Expertengruppe wirft einigen Ländern, darunter auch in Europa, Zurückhaltung bei der Nennung von Personen mit Verbindung zu El Kaida und damit mangelnde Befolgung der UN-Resolution vom Januar vor. So seien in den vergangenen Monaten 35 Menschen in 13 Ländern wegen des Verdachts festgenommen worden, dem Terroristennetz anzugehören. Ihre Namen stünden aber noch nicht auf der Liste. Die Festnahmen erfolgten unter anderem auch in den USA, Kanada, Italien, Spanien und Großbritannien, heißt es.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%