"Zusätzliche Belastung für die Konjunkturerholung"
Verunsicherung treibt Rentenkurse

Die Sorge vor einem länger als ursprünglich erwarteten Krieg in Irak hat die Kurse der europäischen Anleihen am Montag nach Einschätzung von Händlern auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Wochen klettern lassen.

Reuters FRANKFURT. Sinkende Aktiennotierungen, mit denen Experten im Tagesverlauf rechnen, sollten die Aufwärtsbewegung der Festverzinslichen den Marktteilnehmern zufolge ebenfalls unterstützen. "Ich denke, viele Leute machen sich darüber Sorgen, dass der Irak-Krieg länger als erwartet dauern könnte", sagte ein deutscher Rentenhändler. Die Verluste an den Aktienmärkten hätten die selbe Ursache wie die Gewinne an den Rentenmärkten und verstärkten Marktteilnehmern zufolge die Aufwärtsbewegung der Festverzinslichen.

Der richtungweisende Juni-Bund-Future wies gegen 13.55 Uhr MESZ ein deutliches Plus von 53 Ticks auf 114,48 Punkte auf. Die dem Kontrakt zu Grunde liegende zehnjährige Bundesanleihe notierte mit plus 58 Ticks bei 103,44 Prozent und rentierte mit 4,064 Prozent. Der Bobl-Future legte 33 Stellen auf 111,53 Zähler zu, der Schatz-Future stieg um zwölf Ticks auf 106,16 Punkte.

Am Wochenende hatten Selbstmordattentäter im irakischen Nadschaf und im israelischen Netanja zahlreiche Menschen getötet. Am Sonntag hatte der US-Oberbefehlshaber der US-Truppen eine Kriegsdauer bis zum Sommer nicht ausgeschlossen. "Die wachsende irakische Guerillataktik und die angeordnete Verstärkung der US-Truppen lassen nicht nur auf einen hartnäckigeren und damit längeren Widerstand schließen, sondern dürften die Kosten der Intervention deutlich steigen lassen", hieß es in einem Marktkommentar der Bankgesellschaft Berlin.

"Kombiniert mit einem zuletzt gestiegenen Ölpreis stellt das eine zusätzliche Belastung für die Konjunkturerholung dar", hieß es in dem Kommentar weiter. Auch am Montag verteuerte sich das Öl wieder. Ein Barrel (=159 Liter) der führenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete am frühen Nachmittag mit knapp 26,90 Dollar gut einen halben US-Cent mehr als am Freitag. Das Barrel der führenden US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai verteuerte sich um rund einen viertel US-Cent auf rund 30,40 Dollar.

Die börsennotierten öffentlichen Anleihen stiegen im Kassa-Vergleich überwiegend. Während 63 Papiere bis zu 1,24 Prozentpunkte gewannen, verloren acht Titel bis zu 0,012 Prozentpunkte. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen sank auf 3,80 Prozent von 3,88 Prozent am Freitag. Zum Marktausgleich verkaufte die Bundesbank in Frankfurt Anleihen im Wert von 83,3 Millionen Euro. Der Rentenindex Rex legte 0,36 Prozent zu auf 118,5940 Punkte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%