Zusätzliche Kostensenkung von 140 Millionen Dollar
Sparanstrengungen sollen Ford positives Ergebnis bescheren

Mit einer Verschärfung der Sparmaßnahmen reagiert Ford of Europe, die Europa-Gesellschaft des zweitgrößten US-Autokonzerns Ford, auf rückläufige Verkaufszahlen. Allein im laufenden Jahr wird Ford in Europa 140 Mill. $ mehr einsparen als geplant, sagte Martin Leach, als Präsident für das operative Geschäft verantwortlich, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

hof KÖLN. Damit summieren sich die Sparerfolge seit dem Jahr 2000 nach seinen Angaben auf rund 1,8 Mrd. $. Am Ende des laufenden Jahres will Leach "richtig schwarze Zahlen schreiben", nachdem im vergangenen Jahr die Gewinnschwelle erreicht worden sei. "Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass wir dieses Ziel schaffen", betonte der Ford-Europa-Chef.

Erreicht hat Ford die Wende durch die Schließung von Produktionsstätten und ein hohes Maß an Flexibilisierung in den verbleibenden Fabriken. Eine deutliche Senkung der Materialkosten und ein höheres Maß an gleichen Teilen in den verschiedenen Modellen half Ford laut Leach dabei, "die Marktschwäche zu kompensieren". Auch Branchenbeobachter bescheinigen dem Unternehmen, auf dem richtigen Weg zu sein. "Ford hat es geschafft, aus dem Keller herauszukommen, die Modellpolitik wird von den Kunden honoriert", sagt Arndt Ellinghorst, Autoexperte der WestLB. Nach dem Verlust von Marktanteilen über viele Jahre hinweg sei es dem Management gelungen, die Marke wiederzubeleben, glaubt Ellinghorst und verweist auf die Modelle Focus und Mondeo.

Schwache Profitabilität wegen geringer Margen

Trotz allem hängt Ford bei der Profitabilität noch weit hinter den meisten Wettbewerbern zurück, räumt auch John Fleming, für die Produktion verantwortlicher Manager in Europa, ein. Ein wegen der geringen Margen gerade bei Ford entscheidender Faktor ist daher die Auslastung der Produktionskapazitäten. Dem Unternehmen ist es zwar gelungen, die Quote von mageren 72 % im Jahr 1999 auf aktuell 93 % zu steigern, doch damit will sich Fleming nicht zufrieden geben.

Die Produktion ist nach Meinung von Marktexperten die Achillesferse des Unternehmens. Ford müsse auf Grund seiner geringen Erlöse je Fahrzeug immer an der Kammlinie der Auslastung produzieren, um positive Ergebnisse zu erzielen. Das schwache Geschäft in den vergangenen Jahren und die schwierige Lage der US-Muttergesellschaft hätten zudem verhindert, dass Ford in Europa Reserven schafft.

Im Fall des neuen Volumenmodells Fiesta gab es zwar leichte Verzögerungen beim Produktionsanlauf, doch insgesamt hat sich Ford in diesem Jahr relativ gut geschlagen. Von Januar bis August wurden in Westeuropa zwar 2,9 % weniger Autos der Marke Ford zugelassen, der Marktanteil stieg jedoch von 8,8 auf 9 %, weil die meisten anderen Hersteller noch stärkere Einbußen erlitten. Ziel von Leach ist es, im laufenden Jahr 1,7 Millionen Fahrzeuge zu verkaufen. Der Umsatz liegt bei mehr als 20 Mrd. $. Obwohl die Entwicklungsbudgets von der US-Mutter gekürzt wurden, wie im Umfeld zu hören ist, will Leach die Produktoffensive fortsetzen. Mit neuen Modellen wie dem offenen Zweisitzer Streetka will Leach zudem die Marke für jüngere Käuferschichten attraktiver machen.

Quelle: Handelsblatt

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