Zusätzliche Stellenstreichungen
Compaq verfehlt reduzierte Prognosen

Der Einbruch bei der Nachfrage nach Computern hat Compaq noch stärker getroffen als erwartet. Der größte PC-Hersteller der USA hat die bereits massiv reduzierten Gewinnerwartungen um 1 Cent je Aktie verfehlt. Der texanische Konzern erwirtschaftete im ersten Quartal einen Gewinn von 12 Cents pro Anteilsschein. Als Konsequenz will der Konzern weitere Stellen streichen.

wsc/rtr NEW YORK. Bereits vor einem Monat hatte Compaq die Gewinnprognosen massiv reduziert. Das Ergebnis sollte demnach mindestens 13 Cents pro Aktie betragen und damit fast 40 Prozent unter dem ursprünglich prognostizierten Ergebnis liegen. Der Umsatz ging im gleichen Zeitraum um 21 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar zurück. Auch hier hatte das Unternehmen nach Überprüfung der Marktentwicklung die Plandaten um 600 Millionen Dollar reduziert. Im Gewinn des ersten Quartals von 200 Millionen Dollar seien Einmalkosten von 249 Millionen Dollar nicht berücksichtigt, teilte Compaq weiter mit. Mitte März hatte das Unternehmen noch bekannt gegeben, Restrukturierungskosten in Höhe von 125 Millionen bis 150 Millionen Dollar zu erwarten.

Compaq gab als Konsequenz eine Ausweitung der im März angekündigten Stellenstreichungen bekannt. Demnach sollen aufgrund der abgeschwächten Nachfrage nach Computern weltweit 7 000 statt der bislang vorgesehenen 5 000 Arbeitsplätze wegfallen, womit die Belegschaft um zehn Prozent reduziert werde, erläuterte Finanzvorstand Jeff Clarke. Compaq will weiterhin daran arbeiten, Kosten zu senken, Lagerbestände abzubauen und in innovative Geschäftsbereiche zu investieren.

Der PC-Hersteller hatte in den vergangenen drei Monaten vor allem unter der rückläufigen Investitionsentwicklung in den Telekommunikationssektor zu leiden. Durch die Kürzung der Ausgaben in diesem Sektor ging Compaqs Absatz bei Servern, Hochleistungsrechnern und Geschäftsnetzwerken merklich zurück.

Gerard-Klauer-Mattison-Analyst David Bailey bezeichnete die Ergebniszahlen als "etwas enttäuschend, aber nicht überraschend". "Sie haben (Geld in) ihrer PC-Gruppe verloren, was zu erwarten war. Und die Ursache ist Dell."

Neben der allgemein schlechten Nachfragelage machte dem Unternehmen zusätzlich der von Rivale Dell angesagte Preiskampf zu schaffen. Der werde auch im zweiten Quartal andauern, warnte Vorstandsvorsitzender Michael Capellas die Anleger vor. Laut Garten Dataquest übernahm Dell vor Compaq erstmals im März die weltweite Marktführerschaft auf dem PC-Markt. Die laufenden Monate böten zwar Chancen, stellen aber nach wie vor eine Herausforderung dar, so der Firmenchef weiter. Capellas kündigte für die Zukunft eine aggressivere Preisgestaltung bei Compaq an.

Die Aktie konnte seit Anfang April rund 30 Prozent gut machen, fiel im nachbörslichen Instinet-Handel aber auf 19,78 Dollar. Zuvor hatten sie bereits an der New Yorker Börse in einem schwächeren Marktumfeld bei 20,65 Dollar um 4 Prozent tiefer geschlossen.

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