Zusammenarbeit empfohlen
DG Bank-Studie: Kein "Napster-Schock" für Filmindustrie

Das Problem der Online-Übertragungskapazität bei Filmen sehen die DG Bank-Experten hingegen bald gelöst.

dpa FRANKFURT/MAIN. Illegale Tauschbörsen im Internet werden nach Einschätzung von Volkswirtschaftlern der Deutschen Genossenschaftsbank (DG Bank) für die Filmindustrie weniger bedrohlich als für die Musikbranche. Dies liege vor allem an der unterschiedlichen Vermarktungsweise der beiden Medien. Da Kinofilme erst frei verfügbar seien, wenn sie auch als Videokassette oder DVD in den Handel kommen, sei der illegale Tausch weniger attraktiv.



Das Problem der Online-Übertragungskapazität bei Filmen sehen die DG Bank-Experten hingegen bald gelöst. Derzeit dauere das Herunterladen eines Films aus dem Internet über eine ISDN-Leitung noch etwa 20 Stunden. Massentaugliche, schnellere Techniken seien jedoch zu erwarten. Die Filmindustrie sollte sich deshalb auf neue Vermarktungswege einstellen, so die Volkswirtschaftler. So könne eventuell dennoch auftretendes illegales Filmetauschen im Internet und damit ein "Napster-Schock" verhindert werden.

Internet-Musiktauschbörsen wie zum Beispiel Napster hatten in den vergangenen Jahren durch illegale Verbreitung von geschützten Songs der Musikindustrie hohe Umsatzeinbußen beschert. Der Bundesverband der phonographischen Wirtschaft sprach für das Jahr 2000 von etwa 300 Mill. DM Einbuße bei einem Gesamtumsatz von 4,8 Mrd. DM.

Inzwischen sind die führenden Musikkonzerne selbst dabei, Musikvertriebe im Internet aufzubauen. Die DG Bank - Volkswirtschaftler empfehlen den Musikkonzernen, unbedingt zusammenzuarbeiten. Da die Konsumenten nicht interessiere, bei welchem Konzern der Künstler, den sie hören wollen, unter Vertrag stehe, seien getrennte Tauschbörsen bloß verwirrend und führten zu neuen illegalen Tauschforen. Bisher haben sich bei den geplanten Internet-Musikvertrieben auf der einen Seite die Konzerne AOL-Time EMI und Bertelsmann zusammengetan, auf der anderen Seite Sony und Vivendi-Universal.

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