Zusammenarbeit in Sicherheits- und Wirtschaftsfragen geplant
Keine Einigung im Streit um Kurilen-Inseln

Russland und Japan haben ihren Streit um die Kurilen-Inseln in zweitägigen Gesprächen nicht beilegen können.

ap TOKIO. Der russische Präsident Wladimir Putin und der japanische Ministerpräsident Yoshiro Mori bekräftigten heute in Tokio jedoch ihren Willen, die Verhandlungen über einen Friedensvertrag fortzusetzen. Putin lud Mori zu einem Gegenbesuch in Russland ein.

Außerdem unterzeichneten beide Seiten Abkommen über eine engere Zusammenarbeit in regionalen Sicherheits- und Wirtschaftsfragen. Unter anderem will Japan Russland beim Abbau seines Atomwaffenarsenals unterstützen. Der russische Präsident bekundete auf einer gemeinsamen Pressekonferenz sein Interesse am Ausbau der strategischen Beziehungen zwischen Tokio und Moskau.

Chancen auf einen Friedensvertrag bis Jahresende sinken

Mori sagte, beide Seiten seien übereingekommen, die Verhandlungen über einen Friedensvertrag auf der Grundlage früherer Gespräche fortzusetzen und dabei die Souveränität über die vier südlichen Kurilen-Inseln zu klären. Ob die von Russland und Japan angestrebte Frist zur Unterzeichnung eines Friedensvertrags bis zum Jahresende eingehalten werden kann, ist fraglich. Putin erklärte, der Termin sei nicht unumstößlich. Der gute Wille beider Seiten sei wichtiger als das Festhalten an einer Frist, sagte Putin. Am Abend reiste er zum Millenniumsgipfel nach New York weiter.

Die Frage der Kurilen-Inseln ist das Haupthindernis für den Abschluss eines Friedensvertrags. Putin hatte noch unmittelbar vor seiner Ankunft in Tokio am Sonntag deutlich wie selten zuvor einen Verzicht auf die vier Inseln abgelehnt, die in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs von sowjetischen Truppen besetzt wurden. Mori seinerseits erneuerte einen zwei Jahre alten Kompromissvorschlag, wonach Japan bereit wäre, die fortgesetzte russische Verwaltung über die Inseln zu akzeptieren, wenn Russland die japanischen Ansprüche auf die Inseln anerkenne. Putin lehnt dies ab. Neben der strategisch wichtigen Lage der Inseln spielen auch wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle; in der Region gibt es reiche Fischgründe.



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