Zusammenarbeit mit Flugzeugherstellern im Gespräch
Russen sollen Fairchild Dornier retten

Für den insolventen Flugzeugbauer Fairchild Dornier gibt es einem Zeitungsbericht zufolge wohl einen neuen Hoffnungsschimmer. Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit russischen Flugzeugfirmen würden geprüft.

Reuters FRANKFURT/M. Die Zukunft des Unternehmens könnte durch eine Kooperation mit den Russen gesichert werden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Freitagabend vorab (Samstagausgabe). Bei einer Tagung der deutsch-russischen Strategiegruppe sei am Donnerstag in Moskau beschlossen worden, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die eine Zusammenarbeit auf dem Luftfahrtsektor prüfen solle, vor allem was die 728-Baureihe von Fairchild Dornier angehe. Als möglicher russischer Kooperationspartner kämen die Flugzeugfirmen Tupolew und Sukoj sowie ein sibirisches Aluminiumkonsortium in Betracht.

Der Strategiegruppe, die sich normalerweise nur zwei Mal im Jahr trifft, gehören auf deutscher Seite die Staatssekretäre Axel Gerlach (Wirtschaftsministerium), Caio Koch-Weser (Finanzministerium), Jürgen Chrobog (Auswärtiges Amt) sowie der Vorsitzende des Ortsausschusses der Deutschen Wirtschaft, Claus Mangold, an. Vor zwei Wochen hatte der italienische Luftfahrtkonzern Alenia mitgeteilt, die Gespräche mit Fairchild über eine Übernahme des Regionaljet-Programms 728/928 abgebrochen zu haben.

Anfang Juli war das Insolvenzverfahren über das Vermögen von Fairchild Dornier eröffnet worden. Da kein Interessent für den Gesamtkonzern gefunden werden konnte, wird der Regionalflugzeugbauer nun voraussichtlich in einzelne Bereiche aufgeteilt.

Der Kontakt zu den Russen sei vor drei Wochen von Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu eingefädelt worden, schrieb die Zeitung weiter. Der CSU-Politiker habe bei einem Treffen mit dem russischen Handelsminister German Gref vorgeschlagen, beim Regionalflugzeugbau zu kooperieren, und habe dabei das 728-Jet-Programm von Fairchild Dornier ins Gespräch gebracht. Weil den Russen moderne Regionalflugzeuge fehlten und in den nächsten Jahren wegen des veralteten Maschinenparks ein großer Anschaffungsbedarf bestehe, habe Gref die Idee sofort aufgegriffen, berichtete Zeitung unter Berufung auf das Wirtschaftsministerium.

Fairchild Dornier-Geschäftsführer Thomas Brandt, der bei den Gesprächen in Moskau ebenfalls dabei gewesen sei, äußerte sich dem Blatt zufolge vorsichtig optimistisch über die neue Wendung der Dinge. "Es ist ein Ansatz, es ist Hoffnung", sagte Brandt. Es gebe bisher nur die ersten Kontakte, man müsse sehen, wie sich die Sache weiter entwickele. "In unserem Fall muss man jeden Weg gehen", betonte Brandt. Kooperationen mit Ländern wie Russland seien immer "hochkomplex", das Interesse der Russen an einer Kooperation sei jedoch "ernsthaft".

Ob eine mögliche Zusammenarbeit mit Russland auf ein Joint-Venture-Projekt oder aber eine feste Firmenkooperation hinauslaufen würde, ist nach Brandts Angaben im gegenwärtigen Stadium noch unklar. Die nächsten Gespräche würden "sehr kurzfristig weitergeführt, und zwar sowohl mit dem russischen Staat als auch mit möglicherweise interessierten Firmen. Eine mögliche Kooperation mit Russland sei allerdings nicht der einzige Strohhalm, nach dem Dornier nach dem Scheitern der Gespräche mit anderen Interessenten greife. "Wir werden auch mit China Gespräche führen", sagte Brandt der Zeitung.

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