Zusammenarbeit mit Internationalen Atomenergiebehörde
Iran will Atombrennstäbe herstellen

Iran hat überraschend eine Ausweitung seines Atomprogramms angekündigt. Künftig will das Land eigene Kernbrennstäbe für seine Atomanlagen herstellen.

HB/dpa TEHERAN. Gleichzeitig versicherte die iranische Führung am Montag, dass sie zur Überwachung ihrer Programme eng mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) zusammenarbeiten will. "Wir haben für Ende Februar den IAEO-Chef Mohammed el Baradei selbst eingeladen, um unser Land zu besuchen und auch unsere Atomprojekte zu besichtigen, damit jegliche Fehldeutungen ausgeräumt sind", sagte der Leiter der iranischen Atombehörde, Gholam-Resa Aghasadeh am Montag in einem Interview mit dem Nachrichtensender Chabar.

Staatspräsident Mohammed Chatami hatte am Sonntag erklärt, dass die Regierung die Herstellung von Kernbrennstäben und Urananreicherung im eigenen Land beschlossen habe. Sie sollen in zwei Atomanlagen in Isfahan und Kashan aus den im Land vorhandenen Uranvorkommen produziert werden. Die IAEO sei schon im vergangenen Jahr über diese Projekte informiert worden, sagte Aghasadeh. Auch Chatami hatte nochmals bekräftigte, dass alle atomaren Anlagen unter der Aufsicht der IAEO stünden und lediglich der friedlichen Nutzung dienten.

Die USA beschuldigen die iranische Regierung, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Eine Anlage zur Urananreicherung in der Stadt Natans und ein Schwerwasserreaktor bei Arak seien mit zivilen Bedürfnissen des öl- und gasreichen Landes nicht zu rechtfertigen, hieß zuletzt im Dezember in Washington. US-Präsident George W. Bush hatte Iran nach den Anschlägen des 11. September zusammen mit dem Irak und Nordkorea als Teil einer "Achse des Bösen" bezeichnet.

In Iran wurde die Ankündigung Chatamis von allen Seiten begrüßt. Die Umweltbehörde bezeichnete die Einführung von Atomenergie in die Industrie als ein Zeichen nationalen Stolzes, da die konventionellen Energiequellen wie Öl und Gas eines Tages zu Ende gingen. In den nächsten 20 Jahren werde Iran 6000 Megawatt Strom brauchen, der über die Atomprojekte realisiert werden soll.

Seit 1995 baut Iran in Zusammenarbeit mit Russland ein Kernkraftwerk in der Hafenstadt Buschehr am Persischen Golf, wo der erste 1000-Megawatt-Reaktor für Ende 2003 fertiggestellt werden soll. Nach dem Willen Teherans sollen die Russen noch zwei weitere Kernkraftwerke in Iran bauen.

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