Zusammenarbeit mit SEB
Volkswagen Bank bietet Wertpapiergeschäfte

Die Volkswagen Bank direct bietet ihren Kunden jetzt auch Wertpapiergeschäfte an und schließt nach Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Norbert Massfeller damit den Wandel von der Autofinanzierungs- zur Vollbank ab. "Wir sind damit die erste Autobank mit kompletter Produktpalette für Privatkunden", sagte Massfeller am Donnerstag in Frankfurt.

Reuters FRANKFURT. Die Volkswagen Bank will Massfeller zufolge für mehr Kunden als bisher die alleinige Hausbank werden und ihre Kundenzahl in den nächsten fünf Jahren auf eine Million verdoppeln. "Aus Konzernsicht ist es außerdem sinnvoll, Finanzdienstleistungen anzubieten, weil dadurch die Markenbindung steigt", sagte Massfeller.

Sechs von zehn Kunden des Autokonzerns blieben der Marke Volkswagen ein Leben lang treu. Bei VW-Fahrern, die gleichzeitig Finanzdienste der hauseigenen Bank in Anspruch nähmen, steige dieser Anteil auf 75 Prozent. So viele Autokäufer neu gewinnen zu müssen, sei sonst mit "gigantischen" Kosten verbunden. Die Volkswagen Bank komme mit dem neuen Angebot in erster Linie den Wünschen ihrer Kunden nach und wolle nicht gezielt als Online-Broker am Markt auftreten.

Die Autobank hat ihr neues Produkt "BörseDirect" in Zusammenarbeit mit der deutschen Tochter des schwedischen Finanzkonzerns SEB, der ehemaligen BfG Bank, entwickelt. Darüber können alle in Deutschland erhältlichen Fonds und Wertpapiere geordert werden. Die Volkswagen Bank nimmt die Aufträge per Internet oder Telefon entgegen und berät die Kunden auf Wunsch bei einem Teil der Fonds. Die SEB führt die Depots und wickelt die Geschäfte über ihre technische Plattform ab. Die Investitionskosten, die vor allem für qualifiziertes Beratungspersonal anfielen, wollte Massfeller nicht nennen, doch die Kosten stiegen im Verhältnis zum Ertrag in diesem Jahr kaum. Schon im kommenden Jahr solle das Wertpapiergeschäft schwarze Zahlen schreiben.

Die SEB hofft nach Worten von Vorstandschef Lars Lundquist durch die Kooperation mit der Volkswagen Bank ihre Position in Deutschland zu stärken. "Wir setzen auf organisches Wachstum durch solche Kooperationen", sagte Lundquist. Die Bank könne durch eine Steigerung des Transaktionsvolumens die Stückkosten in ihrer Abwicklung senken. Dass die Autobank ausgerechnet in einer Phase schwacher Aktienmärkte das Wertpapiergeschäft in ihre Angebotspalette aufnimmt, betrachtet der Geschäftsführer der Volkswagen Bank, Rainer Blank, nicht als Widerspruch. Die akutelle Marktlage sei eine günstige Einstiegschance für die Anleger, sagte Blank und zeigte sich optimistisch: "Nach schlechten Zeiten kommen auch wieder gute Zeiten."

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