Zusammenarbeit mit US-Sicherheitsbehörden
Erfolglos: Die Jagd nach den Microsoft-Hackern

Der Eindringling sei bereits schon Tage im internen Netzwerk gewesen, so Vertraute des Unternehmens. Alle Microsoft-Versuche den Täter selber zu enttarnen schlugen allerdings fehl.

vwd/ap SEATTLE. Mehr als eine Woche haben Mitarbeiter der Microsoft Corp, Redmond, vergeblich versucht, den oder die Hacker aufzuspüren, die in das interne Computernetzwerk des Softwarekonzerns eingedrungen waren. Wie Unternehmenssprecher Rick Miller am Dienstag sagte, wird aber auch weiterhin eng mit den US-Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet. Welche Maßnahmen Microsoft darüberhinaus plant, wollte Miller nicht verraten. Nach Ansicht führender Microsoft-Mitarbeiter hat der Hacker etwa zwölf Tage lang Zugang zum Quellcode eines einzigen Produktes gehabt, das sich aber noch im Frühstadium der Entwicklung befinden soll.

Das widerspricht früheren Angaben, wonach sich der Hacker mehr als fünf Wochen im internen Computernetzwerk des Unternehmens bewegen konnte. Miller räumte ein, dass der ungebetene Besucher auch länger im System gewesen sein könnte. Zugang zu speziell gesicherten Daten habe er aber nur zwischen dem 14. und dem 25. Oktober gehabt. Mit einer niedrigen Zugangsberechtigung konnte der Hacker interne E-Mails und andere vertrauliche Unternehmensinformationen lesen. Mark Rasch, früher Mitarbeiter des US-Justizministeriums und jetzt Vice President des auf Computersicherheit spezialisierten Unternehmens Global Integrity, Reston, sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Associated Press, Microsoft Fehlschlag, den Hacker selbst zu fangen, sei wenig verwunderlich.

"Nur die dummen Hacker lassen sich schnappen", sagte er. Personen, die Microsoft nahestehen, aber anonym bleiben wollen, berichteten der Nachrichtenagentur, dass das Unternehmen schon sehr bald von dem Eindringling wusste. Nachdem Netzwerkadministratoren den Sicherheitsmitarbeitern ihren Verdacht mitgeteilt hatten, habe Microsoft die Fortschritte des Hackers beobachtet und dabei selbst versucht, ihm auf die Schliche zu kommen. Aber auch die Bemühungen des FBI, das am 26. Oktober in den Fall eingeschaltet worden sei, sind bislang erfolglos geblieben.

Microsoft sei gezwungen gewesen, alle fraglichen Accounts zu schließen und den externen Zugriff auf das Netzwerk zu verweigern, um so den Hacker daran zu hindern, weitere vertrauliche Daten zu stehlen. Das Unternehmen ist überzeugt, dass seine Systeme mittlerweile wieder sicher sind. Angaben darüber, wie es dem Hacker überhaupt gelungen war, in das System einzudringen, wollte der Konzern nicht machen. Medien hatten berichtet, dass sich der Hacker mit Hilfe eines Trojanischen Pferdes Zugang verschafft hatte.

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