Zusammenschluss führt bei Kunden zur Verwirrung
HP und Compaq verteidigen die Fusion

Die Reden, mit denen die Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina und Compaq-Chef Michael Capellas die geplante Fusion der beiden Computerhersteller verteidigten, hätten unterschiedlicher kaum sein können. Auf der Branchenkonferenz Gartner Symposium ITxpo in Orlando/Florida traten beide der Kritik, die von Analysten, Investoren und Geschäftspartnern am angekündigten Firmenzusammenschluss geäußert wurden, entschieden entgegen.

HB ORLANDO. "Es wird keine Verwirrung unter unseren Kunden geben", versicherte Fiorina den rund 5 000 IT-Experten auf der Konferenz. "Einen Monat nach Bewilligung der Fusion werden unsere Kunden wissen, welche Produkte weitergeführt werden und wer ihr Ansprechpartner ist." Schon lange vor Bekanntgabe der geplanten Fusion hätten die Managementteams beider Firmen mit der Detailplanung des Zusammenschlusses begonnen: "Die Pläne zur Integration gibt es bereits." Zudem stehe fest, dass beide Unternehmen durch die Fusion gemeinsam rund 2,5 Mrd. $ sparen werden. Ein Großteil davon werde durch die Streichungen von Doppelungen kommen: "Statt zwei Teams für Forschung und Entwicklung wird es eines geben, statt zwei Manager für jedes Land im internationalen Geschäft werden wir nur noch einen beschäftigen."

Spekulationen, dass die Zahl der Entlassungen höher liegen könnte als die zunächst angekündigten 15 000, wies Fiorina zurück: "Derzeit halten wir uns an die 15 000." Auch die Entscheidung darüber, welche Marke beibehalten werde, scheint weitgehend gefallen: "HP ist die stärkere Marke mit einer größeren Breite, sie ist in allen Bereichen des Computergeschäfts vertreten", bekräftigte Fiorina. Vom Geschäft mit den Druckern will sich HP keinesfalls trennen. Drucker und digitale Bildverarbeitung tragen schließlich mehr als 40 % zum Gesamtumsatz bei.

Nicht alle Zuhörer ließen sich jedoch beruhigen. "Carly Fiorina hat schon viel angekündigt und es dann nicht ausgeführt", kritisierte ein Marktbeobachter in Anspielung auf den noch laufenden Konzernumbau bei HP und Fiorinas vorhergehenden Posten beim Netzwerkausrüster Lucent. "Die Umsetzung war in der Vergangenheit nicht gerade ihre Stärke."

Während Fiorina immer wieder betonte, dass die Zeitpläne aufgestellt werden und die Planung der Fusion fortschreitet, äußerte sich ihr Counterpart, Compaq-Chef Michael Capellas, nur zurückhaltend und allgemein: "Wir haben die gleichen Grundwerte."

Unterdessen gilt es unter Marktkennern nach anfänglichen Zweifeln inzwischen als fast sicher, dass die Fusion zwischen den beiden Computerherstellern bewilligt werden wird. "Die Regulationsbehörden werden einige Auflagen machen, aber das stellt kein größeres Problem da", meinte Analyst Martin Reynolds von der Marktforschungsgesellschaft Gartner Group. Auch die Zustimmung der Aktionäre hält er für wahrscheinlich: "Wer gegen den Zusammenschluss ist, hat seine Aktien längst verkauft und kommt nicht mehr zur Abstimmung." Ein Termin für das Aktionärsvotum steht indes noch nicht fest.

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