Zusammenschluss
INA hält mittlerweile Sperrminorität an FAG

Im Übernahmekampf um die FAG Kugelfischer AG besitzt der feindliche Bieter INA-Holding nach eigenen Angaben mittlerweile genügend Aktien um Entscheidungen im Aufsichtsrat des Wälzlagerherstellers blockieren zu können.

rtr MüNCHEN INA-Mitinhaberin Maria-Elisabeth Schaeffler habe fünf Prozent der FAG-Anteilsscheine erworben, sagte ein INA-Sprecher am Samstag. Da die Herzogenauracher Holding bereits 20 % der FAG-Anteile halte, verfüge sie somit theoretisch über eine Sperrminorität. "Mir liegen hierzu keine Erkenntnisse vor", sagte ein FAG-Sprecher auf Anfrage.

Die nicht-börsennotierte Herzogenauracher INA hatte vor etwa zwei Wochen überraschend ein Kaufangebot für Kugelfischer im Wert von elf Euro je Aktie vorgelegt. Bei einem Zusammenschluss entstünde der zweitgrößte Wälzlagerhersteller der Welt mit 6,4 Mrd. ? Umsatz und 54 000 Beschäftigten. INA strebt eine Mehrheit von mindestens 75 % an und will früheren Angaben FAG von der Börse nehmen. Die im MDax notierte FAG lehnt die Offerte vor allem mit der Begründung ab, dass der Konzern deutlich mehr wert und kein strategischer Vorteil aus der Fusion erkennbar sei.

Wie Reuters am Donnerstag aus Bankenkreisen erfahren hatte, soll knapp ein Drittel der FAG-Aktien in Depots von Kunden bei der Dresdner Bank liegen, die das Übernahmeangebot unterstützt. Man könne sich gut vorstellen, welche Empfehlung die Dresdner-Bankberater den Kunden gäben, hatte es geheißen. Die Dresdner Bank war Hausbank von beiden Unternehmen und hatte vergangene Woche erklärt, das Angebot von INA zu unterstützen.

Der FAG-Sprecher sagte am Samstag weiter, es habe seit Donnerstag keine Gespräche zwischen beiden Konzernen gegeben. Kugelfischer arbeite weiter an einer Alternative, die für die Aktionäre einen Mehrwert biete. FAG-Chef Loos hatte jüngst erklärt, hierbei könne es sich um einen so genannten "Weißen Ritter" oder aber die Ausschüttung einer Sonderdividende handeln. Als "Weißer Ritter" bezeichnet man Investoren, die Gegenangebote zu feindlichen Übernahme-Offerten einreichen. Konkrete Optionen sollen binnen zwei Wochen veröffentlicht werden. Der INA-Sprecher zeigte sich hingegen zuversichtlich, dass die Offerte Erfolg haben werde. Ob es bei der Eigentümerfamilie Schaeffler die Absicht gibt, über das Umtauschangebot hinaus weitere Aktien zu erwerben, ließ er offen.

Die FAG-Aktie war am Freitag mit elf Euro exakt in Höhe der Übernahmeofferte aus dem Handel gegangen.

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