Zusatzleistungen zum Wertpapierverwahrgeschäft sollen Erträge aufpäppeln
Amerikaner ringen um deutsche Fonds

Die amerikanische Großbank JP Morgan Chase sieht in der Wertpapierverwahrung und-verwaltung (Custody) in Deutschland große Chancen. "Wir werden unser Geschäftsvolumen mit Spezialfonds in diesem Jahr verdoppeln", sagt Arnulf Manhold, Vorstand von JP Morgan in Deutschland.

ina/pot/rob FRANKFURT/M. Bislang verwahre die Bank hier zu Lande 22 Mrd. Dollar für Spezialfonds (Fonds für professionelle Anleger). Dies entsprechen einem Marktanteil von fünf Prozent. Derzeit liefen Verhandlungen mit drei potenziellen Kunden mit einem Vermögen von zusammen über 20 Mrd. Euro. Insgesamt habe die Bank Anlagen im Volumen von rund 80 Mrd. Dollar unter Verwahrung. JP Morgan Chase und State Street zählen neben der Bank of New York sowie der Deutschen Bank zu den großen so genannten "Global Custodians". In Europa spielt zudem BNP Paribas eine wichtige Rolle. Diese verwahren rund um den Globus Wertpapiere für Großanleger wie Pensionskassen oder Fondsgesellschaften. Konkret sorgen sie beispielsweise dafür, dass die Besitzer der Papiere pünktlich ihre Dividende oder Anleihe-Zinsen kassieren.

Nach der Währungsunion und mit der verstärkten Internationalisierung der Märkte tendieren die institutionellen Anleger in Deutschland immer stärker zu "Global Custodians", da nur sie den Zugang zu mehr als 80 Märkten weltweit bieten können - ein Netzwerk, mit dem herkömmliche Depotbanken und auch internationale Clearingsysteme wie Clearstream oder Euroclear nicht konkurrieren können. Da Deutschland ein sehr attraktiver Markt mit guten Wachstumschancen ist, will sich etwa auch die Bank of New York in diesem Bereich hier zu Lande besser aufstellen.

JP Morgan als einer der starken Konkurrenten der Bank of New York weltweit ist im Custody-Geschäft in Deutschland seit Mitte der neunziger Jahre vertreten. Mittlerweile wurden 18 Kunden gewonnen, darunter die Fondsgesellschaft der Sparkassen, die DGZ Deka Bank. Wachstumschancen sieht Manhold sowohl bei den Spezialfonds als auch bei den Publikumsfonds, die sich an Privatanleger richten. Bei den Spezialfonds rechnet er wegen der Riester-Rente für die nächste Zeit mit einem Wachstum von mindestens 20 Prozent pro Jahr. Zudem hätten die Fondsgesellschaften nach den Terroranschlägen in den USA erkannt, wie wichtig es ist, schnell einen exakten Überblick über den Wert des weltweiten Anlage-Portfolios zu erhalten. Dies könnten die "Global Custodians" leisten.

Manhold geht von einer Konzentration innerhalb der Branche aus. Da die technischen Systeme sehr teuer seien, rechne sich das Custody-Geschäft nur für wirklich große Anbieter. Zudem ließen sich im reinen Verwahr-Geschäft nur kleine Margen verdienen. Üblich seinen drei bis sechs Promille des verwahrten Vermögens. Zusätzliche Erträge verdient die Branche allerdings beispielsweise mit dem Ausleihen von Wertpapieren. Mit der Auflage der Pensionsfonds werden laut Manhold Anbieter von Custody-Dienstleistungen mit einem breiten Spektrum zu den Gewinnern gehören. Hierzu gehörten neben der globalen Verwahrung für Publikums- und Spezialfonds als Depotbank vor allem die Fondsbuchhaltung und die Performance-Messung.

Das sieht auch State Street so. Die Münchener Tochter State Street Bank GmbH plant Angebote im Bereich Fondsbuchhaltung und-berichterstattung und denkt auch an die Übernahme von kompletten Depotbankfunktionen. Das Institut sieht Chancen dank der Liberalisierung des deutschen Investmentrechts bei gleichzeitig gestiegenem Kostendruck in den Kapitalanlagegesellschaften (KAG). Nach Meinung von Corinna Linner, Mitglied der Geschäftsleitung von State Street, werden die KAG die neue Freiheit zum "Outsourcing" von Geschäftsbereichen nutzen. "Noch in diesem Jahr dürften die ersten Vereinbarungen geschlossen werden", urteilt die Expertin.

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