Zuschlag für Aufbau der Clearingsstelle
Bertelsmann mischt beim Zwangspfand mit

Der Medienkonzern Bertelsmann hat von Handel und Getränkeindustrie den Zuschlag für den Aufbau der Pfandclearingsstelle für Einweggetränke erhalten.

Reuters BERLIN. Mit der Bertelsmann-Tochter BFS Finance GmbH werde nun zügig ein Dienstleistungsvertrag ausgehandelt, teilte die Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU) von Handel und Getränkeindustrie am Dienstag mit. Branchenvertreter werteten die Entscheidung als wichtigen Schritt auf dem Weg zu dem bundesweiten Pfandsystem, das im Oktober starten soll. Ein Sprecher der Bertelsmann-Dienstleistungssparte begrüßte die Entscheidung. Die Tochtergesellschaft BFS Finance werde unverzüglich in die Verhandlungen einsteigen.

Das Bundeskartellamt muss der Entscheidung noch zustimmen. Ein entsprechender Freistellungsantrag von Handel und Getränkeindustrie für das Clearing und die Sicherheitstechnik des Pfandsystems werde in der zweiten Maihälfte erwartet, sagte eine Sprecherin des Kartellamts. Danach werde die Behörde zügig entscheiden.

Seit dem 1. Januar gilt für Bier, Mineralwasser und kohlensäurehaltige Getränke in Dosen und Einwegflaschen je Verpackungsgröße ein Pfand von 25 oder 50 Cent. Aufgabe der zu errichtenden Clearingstelle ist es, die eingenommenen Pfandbeträge zwischen den Einzelhändlern auszugleichen. Die Clearingstelle ist damit Voraussetzung für den Aufbau des bundesweiten Pfandsystems. Bislang wird das Pfand auf Einweggetränke nur in den Läden oder in den Filialen von Handelsketten zurückgezahlt, wo das Getränk gekauft wurde.

Nach Branchenangaben hatten sich neben BFS Finance zehn weitere Unternehmen an der Ausschreibung für das Pfandclearing beteiligt, darunter auch das Duale System Deutschland und die Interseroh AG. Ursprünglich wollte der Handel das Duale System mit dem Clearing beauftragen. Das Bundeskartellamt hatte jedoch wettbewerbsrechtliche Bedenken angemeldet und eine offene Ausschreibung gefordert.

Zum Volumen des Clearing-Auftrags machte Bertelsmann am Dienstag keine Angaben. In der Getränkebranche wird das Pfandvolumen bei rund 14 Mrd. zirkulierenden Einweg-Getränkeverpackungen auf drei bis fünf Mrd. ? geschätzt.

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