Zuschlag für Royal Bank of Scotland
Winterthur veräußert britische Churchill

Die zur Credit Suisse Group gehörende Winterthur Versicherung verkauft für rund 1,1 Milliarden Pfund Sterling in bar ihre Tochter Churchill an die Royal Bank of Scotland. Durch den Verkauf wird die Kapitalbasis von Winterthur massgeblich gestärkt. Zudem erwartet der Finanzkonzern nach weiteren Angaben vom Mittwoch daraus im dritten Quartal voraussichtlich einen signifikanten Kapitalgewinn.

Reuters ZÜRICH. Die zur Credit Suisse Group gehörende Winterthur Versicherung verkauft für rund 1,1 Milliarden Pfund Sterling in bar ihre Tochter Churchill an die Royal Bank of Scotland. Durch den Verkauf wird die Kapitalbasis von Winterthur maßgeblich gestärkt. Zudem erwartet der Finanzkonzern nach weiteren Angaben vom Mittwoch daraus im dritten Quartal voraussichtlich einen signifikanten Kapitalgewinn.

Der Verkauf von Churchill, über den im Markt und in den Medien zuletzt bereits spekuliert wurde, ist möglicherweise nicht die letzte derartige Transaktion. Winterthur-Konzernchef Leonhard Fischer sagte, dass das Beteiligungsportfolio weiter überprüft werde. Zu Frage, ob es bereits spezielle Pläne gebe, wollte er sich aber nicht äußern. An der freundlichen Börse notierten die CS-Aktien stabil. Händler verwiesen darauf, dass die Titel in den vergangene Tage sehr gut im Markt gelegen seien und auch "selling on good news" stattgefunden haben könnte

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Analysten äußerten sich positiv zum Churchill-Verkauf. Die Veräußerung sei strategiekonform und erfolge zu einem günstigen Zeitpunkt und einem attraktiven Preis, so Christoph Ritschard, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. WestLB Panmure-Analyst Georg Kanders schätzt den Kapitalgewinn aus dem Churchill-Verkauf für die CS Group auf etwa 500 Millionen sfr. Die Bank Pictet bewertete die Transaktion als gute Nachricht und weiteres Zeichen dafür, dass die CS Group ihr Versicherungs-Exposure verringern möchte. Dresdner Kleinwort Wasserstein verwies auf die für Winterthur wichtige Stärkung der Kapitalbasis.

Der Abschluss des Churchill-Verkaufs wird, die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden vorausgesetzt, im dritten Quartal 2003 erwartet. Zusätzlich zum Kaufpreis beinhalte die Vereinbarung die Rückzahlung von Darlehen in Höhe von rund 100 Millionen Pfund an CS-Gesellschaften, hieß es.

Royal Bank of Scotland, das zweitgröße britische Institut, stärkt mit dem Kauf des Churchill-Kauf seine Position im Versicherungsgeschäft und wird zum drittgrößten Versicherer des Landes.

Der Nichtlebenversicherer Churchill erzielte 2002 ein Bruttoprämienvolumen von 2,14 Milliarden Pfund (etwa 4,6 Milliarden sfr). Winterthur kam im Nichtlebengeschäft auf Prämien von 18,4 Milliarden sfr. Die gesamten Prämien der Winterthur lagen bei 36,2 Milliarden sfr.

Zum laufenden Geschäft sagte Fischer, der Versicherungsmarkt sei weiter hart. Winterthur strebe dieses Jahr aber nach wie vor die Rückkehr zur Profitabilität an. Winterthur hatte 2002 einen Verlust von fast drei Milliarden sfr verzeichnet und die Konzernmutter CS Group musste 3,7 Milliarden sfr an neuem Kapital in die Versicherungstochter einschießen.

2002 war die CS Group wegen hoher Abschreibungen und Rückstellungen mit einem Rekordverlust von 3,3 Milliarden sfr tief in die roten Zahlen gerutscht. An einen Verkauf der Winterthur sei nicht gedacht, erklärte CS wiederholt.

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