Zuschlag für SEB
Insolvente Moulinex-Gruppe teilweise gerettet

Der traditionsreiche französische Haushaltsgeräte-Hersteller Moulinex ist dem vollständigen Aus entgangen, steht aber vor einem massiven Stellenabbau. Das Handelsgericht von Nanterre bei Paris erteilte am Montag dem nationalen Konkurrenten SEB den Zuschlag für eine Teilübernahme des Moulinex-Brandt-Konzerns.

dpa NANTERRE. Der Plan sieht die Rettung von lediglich rund 3600 der weltweit 8800 Arbeitsplätze in der Elektrokleingeräte- Sparte vor. Auch die zu Moulinex gehörende Krups in Solingen soll den Angaben zufolge übernommen werden. Noch nicht geklärt ist, was aus dem Rest der Moulinex-Brandt-Gruppe mit insgesamt 21 000 Beschäftigten wird.

SEB will 1850 Mitarbeiter in Frankreich und etwa 1800 im Ausland weiterbeschäftigten. Geplant ist die Übernahme der Produktion von Elektrokochern, Kaffeemaschinen und elektrischen Kleingeräten. Dagegen sollen die verlustreichen Sparten, Mikrowellengeräte, Frittiergeräte und Staubsauger, außen vor bleiben.

Moulinex gehörte Jahrzehnte zu den bekanntesten französischen Marken. Vor allem der Zerkleinerer "Moulinette" begründete den Ruf des Unternehmens. Die Krups GmbH in Solingen wurde 1991 übernommen und hatte zuletzt mit vor Ort nur noch rund 200 Beschäftigte vor allem Kundendienst- und Vertriebsaufgaben, nachdem ein Großteil der Stellen gestrichen worden war. SEB hat Krups in seine Offerte einbezogen. Übernommen werden soll neben dem deutschen Standort die Marke, die für qualitativ hochwertige Geräte steht. Außer Krups- Nordamerika will SEB auch das Werk in Mexiko mit 800 Beschäftigten weiter führen, in dem unter anderem Kaffeemaschinen hergestellt werden.

In den vergangenen Wochen hatte sich eine Lösung für die existenzbedrohte Moulinex-Gruppe, die Anfang September zahlungsunfähig wurde, immer wieder hinausgezögert. Die Verhandlungen mit den Gläubigerbanken und den noch verbliebenen beiden Übernahmeinteressenten SEB und der Fidei-Gruppe gestalteten sich nach Informationen aus Verhandlungskreisen sehr schwierig. Zuletzt wurde nur eine Teillösung gefunden.

Der Insolvenzantrag war Anfang September gestellt worden, nachdem Verhandlungen über die Finanzierung einer geplanten Umstrukturierung gescheitert waren. Die Schulden des Unternehmens, das im vergangenen Jahr mit dem Elektrogroßgeräte-Hersteller Brandt fusionierte, machten Ende 2000 rund 766 Mill. Euro (1,52 Mrd. DM) aus. Die Bosch und Siemens Hausgeräte (BSH)-Gruppe hatte nach Prüfung der Unternehmensanlagen erklärt, es bestünde kein Interesse mehr.

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