Zuschüsse werden erst im nächsten Jahr gezahlt
Eile bei der Riester-Rente ist nicht notwendig

Bereits mehrere hunderttausend Deutsche haben nach Schätzungen des Bundes der Versicherten (BdV) auf Grund der massiven Werbung voreilig private Versicherungsverträge zur staatlich geförderten Altersvorsorge abgeschlossen.

ddp/vwd BERLIN. Viele haben dabei geglaubt, dass die Angebote die gesetzlichen Voraussetzungen für die Förderung der so genannten Riester-Rente erfüllen und das entsprechende staatliche Zertifikat besitzen. Tatsächlich aber wird das Zertifikat erst Ende dieses Jahres vergeben. Damit steht auch erst dann fest, welche Angebote wirklich gefördert werden.

Zudem erhält jeder den vollen staatlichen Zuschuss selbst dann, wenn er erst Ende nächsten Jahres unterschreibt und den ersten Jahresbeitrag einzahlt. Es ist deshalb "nicht notwendig und im Regelfall auch nicht sinnvoll, bereits jetzt entsprechende Verträge abzuschließen", warnt das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (BAV) in Bonn (www.altzertg.bund.de/de/fuer-verbraucher/ ), das die Zertifikate ausstellt. Wer es dennoch schon jetzt tut, bringt sich um die Möglichkeit, aus den immer zahlreicher werdenden Angeboten das für ihn Günstigste herauszusuchen.

Dazu kommt, dass gerade Versicherungspolicen nicht die erste Wahl unter den Riester-Verträgen sind. Verbraucherschützer empfehlen eher geförderte Aktienfondssparpläne oder die staatliche Förderung im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung. Angebote hierzu oder möglicherweise auch Tarifvertragsabschlüsse mit Arbeitgebern wird es aber erst im Laufe des nächsten Jahres geben. Wer seine Förderung "schon in einer wenig rentablen privaten Rentenversicherung verplempert" hat, kann später jedoch nur unter finanziellen Einbußen beispielsweise zu einem von seinem Betrieb aufgelegten lukrativeren Pensionsfonds wechseln, warnt BdV-Geschäftsführer Hans Dieter Meyer.

Der Hamburger Bund der Versicherten und die Verbraucher-Zentrale Hessen in Frankfurt am Main empfehlen deshalb, bereits abgeschlossenen "Riester-Verträgen möglichst schnell zu widersprechen. Verbraucher könnten dann "ohne Verluste aus dem Vertrag wieder herauskommen", versichern sie in der gemeinsamen Broschüre "Schnell wieder raus aus unsinnigen Lebens- und Rentenversicherungen!" Auf diese Weise verschafften sich die Betroffenen erst einmal Zeit, sich notfalls bis Ende nächsten Jahres über die vollständig vorliegenden Angebote zu informieren und sie miteinander zu vergleichen. Wer wolle, könne dann im Dezember 2002 immer noch den aufgehobenen Versicherungsvertrag erneut abschließen - beim selben Versicherer oder bei einem günstigeren.

Wer Probleme mit seinem Widerspruch habe, sollte sich als Mitglied im Bund der Versicherten, von einer Verbraucher-Zentrale oder von einem Rechtsanwalt helfen lassen, heißt es in der Broschüre. Darin sind auch ein Text für den Widerspruch, Tipps für die Aufhebung normaler Kapitallebens- und privater Rentenversicherungsverträge sowie wichtige gesetzliche Regelungen im Wortlaut enthalten. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich beim BdV, 24547 Henstedt-Ulzburg, Tel. 041 93 - 94 222, Fax: 041 93 - 94 22 1, E-Mail: info@bundderversicherten.de sowie bei den Verbraucher-Zentralen Hessen mit Sitz in Frankfurt/Main, Hamburg und Sachsen-Anhalt mit Sitz in Halle.

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