Zuteilung der UMTS-Lizenzen
Italien setzt auf Auktion - Frankreich veranstaltet "Schönheitswettbewerb"

UMTS-Lizenzverfahren in Italien und Frankreich= Reuters FRANKFURT. Nach der Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland richtet sich nun die Aufmerksamkeit auf die Zuteilung der Frequenzen in Italien und Frankreich. Italien - mit einer Bevölkerung von 57 Mill. eigentlich nur der viertgrößte Telekom-Markt Europas - stellt mit einer Durchdringungsrate von rund 60 % Ende 1999 einen der interessantesten Marktplätze auf dem Kontinent dar. Wie in Deutschland und Großbritannien entschied sich die italienische Regierung dazu, die Lizenzen meistbietend zu versteigern. Frankreich will dagegen die Lizenzen zu einem Festpreis im Rahmen eines sogenannten "Schönheitswettbewerbs" vergeben, bei dem die Bieter anhand von Unterlagen und Geschäftsplänen bewertet werden.

In Italien sind die Erwartungen vorab vergleichweise gering

Im Gegensatz zum deutschen Rekordergebnis von annähernd 100 Mrd. DM Auktionseinnahmen rechnet die italienische Regierung mit einer wesentlich geringeren Summe. Möglichen Einnahmen von rund 50 Billionen Lire - das sind 50 Mrd. DM - erwartet der italienische Kommunikationsminister Ottavio del Turco. Diese Einschätzung teilen auch die meisten Analysten. Hier müssen die Gebote für den Tender bis zum 24. August abgegeben werden. Die Auktion soll Anfang Oktober beginnen. Das Ergebnis wird am 15. November bekannt gegeben. Fünf Lizensen werden zu einem Mindestpreis von vier Billionen Lire (vier Mrd. DM) angeboten. Sollten sich jedoch weniger als sechs Bieter einfinden will die italienische Regierung die Zahl der Lizenzen zusammenstreichen, bis es je eine Lizenz weniger als Bieter gibt.

Neue Teilnehmer auf dem italienischen Mobilfunk-Markt sehen sich dabei großen Hürden gegenüber. Denn in Italien kontrollieren bislang Telecom Italia Mobile und die Vodafone-Tochter Omnitel rund 90 % des Mobilfunk-Marktes. Analysten gehen dennoch von acht Bieter-Gruppen aus, darunter TIM, Omnitel und Wind - die von France Telecom und dem italienischen Energiegiganten Enel unterstützt werden - sowie Blu. Letztere haben die British Telecom (BT) und Autostrada im Rücken.

In Frankreich werden die Lizenzen - ebenso wie in Norwegen und Schweden - zu einem Festpreis an denjenigen vergeben, der die Regierung mit seinen Geschäftsplänen am ehesten überzeugen kann - und dies trotz der unerwartet hohen Versteigerungserlöse in Großbritannien und vor allem in Deutschland. "Die Bedingungen werden für den Erwerb einer Lizenz genauso sein, wie angekündigt", sagte ein Regierungssprecher am Donnerstag. Die vier Lizenzen sollen für insgesamt 130 Mrd. Francs (rund 39 Mrd. DM) vergeben werden. Analysten werten diesen Preis jedoch als hoch, da die Laufzeit der Lizenzen in Frankreich nur 15 Jahre und nicht, wie beispielsweise in Deutschland 20 Jahre beträgt. Details will die französische Regierung erst noch bekannt geben.

Obwohl Frankreich nicht an den deutschen Markt mit seiner 80-Millionen-Bevölkerung heran reicht, ist auch er einer der interessantesten auf dem alten Kontinent Mobiltelefone sind populär: Bei einer Bevölkerung von 59 Mill. Menschen verfügten Ende vergangenen Jahres immerhin 37 % über ein Mobiltelefon.

Drei Hauptbieter werden sich hier treffen: Mit dabei sind France Telecom/Orange, SFR - ein Kooperationsunternehmen von Vivendi, Vodafone, BT und der amerikanischen SBC - sowie Bouygues Telecom - ein Partnerschaftsunternehmen des deutsch-französischen Versorgers Bouygues, Veba, TIM sowie der BNP Paribas.

Auch in Finnland und Spanien waren die Lizenzen durch den Staat vergeben worden. Bis Mitte 2001 werden noch in 13 europäischen Ländern UMTS-Mobilfunkfrequenzen in Auktionen versteigert oder durch die Regierungen vergeben. Bis zum 13. September läuft noch die Auktion in Österreich, wo das Mindestgebot für die insgesamt sechs zu vergebenden Lizenzen 738 Mill. Euro beträgt.

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