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Zuversicht für 2002

Die Wall Street wartet auf das neue Jahr. In New York wird regulär gehandelt. Doch wie zu erwarten war, lassen es die Broker zum Jahresabschluss gemütlich angehen. Die Indizes tendieren in den Mittagsstunden leicht schwächer.

Für 2002 sind die Analysten weitestgehend positiv eingestellt. Von einer Stabilisierung der US-Konjunktur spricht die Investmentbank J.P. Morgan. Die jüngsten Konjunkturdaten stimmen die Analysten zuversichtlich. Anleger sollten den Gesundheitsbereich in ihren Portfolios übergewichten. Zu den Favoriten zählt J.P. Morgan die Aktien von Pfizer und American Home Products.

Jeffrey Appelgate, Portfolio Stratege von Lehman Brothers, glaubt nicht, dass die bereits hohe Bewertung den US-Aktienmarkt im kommenden Jahr behindern wird. Die Tatsache, dass Unternehmensergebnisse das Schlimmst überstanden haben und die Regierung die Rezession durch Wirtschaftsförderprogrammen bekämpft, sollten die Bullen an der Wall Street auf die Tagesordnung rufen. Appelgate geht davon aus, dass der S&P 500 Index bis Jahresende 2002 auf 1.350 Punkte steigen wird. Dies entspricht einem Anstieg um 16 Prozent. Seit Ende 1999 hat der Index rund 21 Prozent verloren.

Ed Keon, bei Prudential Securities für die quantitative Analyse verantwortlich, rechnet in 2002 mit einem geringen Anstieg des US-Aktienmarktes. So stünde zwar für die Konjunktur und den Aktienmarkt im kommenden Jahr eine Erholung ins Haus, da die Bewertung jedoch bereits heute ziemlich hoch scheint und die Zinsen gegen Jahresende steigen sollten, sei das Anstiegspotential begrenzt. Aktien dürften demnach in 2002 lediglich zwischen fünf bis zehn Prozent zulegen. Straffere Kreditrichtlinien für Endverbraucher und auflaufende Haushaltsdefizite sollten die Zinsen an den US-Rentenmärkten im Jahresverlauf zum Steigen bringen. Noch bevor 2002 beendet sei, dürften die contra-inflationären Faktoren wie der niedrige Ölpreis und niedrigere Zinsen verpufft sein und die Bedenken vor aufkommender Inflation anfachen.

Zu den Tagessiegern zählt zum Wochenauftakt die Airlines. America West Airlines legt 20 Prozent zu. Die Fluggesellschaft erhält 380 Millionen Dollar aus dem Hilfsprogramm der US-Regierung. Im Gegenzug wird die Regierung einen 33-prozentigen Anteil an America West erhalten.

Deutliche Kursgewinne kann auch Global Crossing für sich verbuchen. Das Unternehmen, das ein weltweites Glasfasernetz aufbaut, hat eine Einigung mit Banken erzielt. Spekulationen über ein drohendes Bankrottverfahren konnten somit vorerst ausgeräumt werden. Die Aktie legt rund 25 Prozent zu.

Größter Verlierer im Dow Jones Index ist in den Mittagsstunden Eastman Kodak . Negative Analystenkommentare wirken sich am letzten Handelstag des Jahres belastend auf die Aktien aus. Mark Roberts, Analyst bei der Off Wall Street Consulting Gruppe, einer der wenigen Beratungen die rechtzeitig vor den Problemen bei Enron gewarnt haben, rät Investoren, bei den Aktien von Eastman Kodak auf fallende Kurse zu setzen. Die Filmsparte, die bei Kodak immerhin 50 Prozent des Umsatzes und operativen Ergebnisses ausmacht, entwickelt sich laut Roberts weitaus schlechter als erwartet. Ein Kursrutsch bei Kodak bis auf 22 Dollar sei durchaus denkbar.

Trotz eines Rückschlags steht das Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb auf der Einkaufsliste von Goldman Sachs. Die Analysten empfehlen Anlegern, die Kursschwäche zu nutzen die Aktie kurzfristig zu kaufen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde hatte einem Krebsmedikament nicht die Zulassung erteilt. Für heute erwartet die Investmentbank einen turbulenten Handelstag für das Papier. Dennoch dürfte die Aktie in den kommenden Monaten 50 Dollar erreichen. Die Aktie notiert am Montag leicht schwächer.

Ebenfalls auf der Verliererseite stehen Biotechnologiewerte. Die amerikanische Gesundheitsbehörde hat Imclone näher unter die Lupe genommen. Das Unternehmen soll nähere Details über ein neues Medikament vorlegen. Für Erbitux, ein Krebsmedikament, wurde bereits im Oktober die Zulassung beantragt.

Ende der Woche werden die Arbeitsmarktdaten für Dezember veröffentlicht. Im Vorfeld erwarten Analysten einen leichten Anstieg von 5,7 auf 5,8 Prozent. Und nach wie vor kündigen viele Unternehmen Entlassungen an. Am Freitag nach Handelsschluss hat Oracle angedeutet, dass 800 Mitarbeiter entlassen werden sollen. Das entspricht zwei Prozent der gesamten Belegschaft. Oracle will die Kosten senken. Firmenchef Larry Ellison hatte Anfang des Monats angekündigt, dass die operativen Margen von 35 auf 50 Prozent gesteigert werden sollen.

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