Zuversicht trotz Gegenofferte von Haim Saban
Karstadt-Quelle und EM.TV wollen DSF

Das von Karstadt-Quelle und EM.TV geführte Konsortium zur Übernahme des TV-Senders DSF ist trotz der Konkurrenzofferte des US- Investors Haim Saban optimistisch, den Sport-Fernsehkanal übernehmen zu können. In Branchenkreisen hieß es indes, dass Saban-Angebot liege deutlich über der Offerte des Konsortiums.

Reuters DÜSSELDORF.In Branchenkreisen hieß es am Mittwoch indes, dass Saban-Angebot liege deutlich über der Offerte des Konsortiums. Karstadt-Quelle wollte sich dazu nicht äußern.

EM.TV-Vorstandschef Werner Klatten sagte am Dienstagabend in Düsseldorf, er könne es sich nicht vorstellen, beim DSF nicht zum Zuge zu kommen. Es gebe einen unterzeichneten Vertrag und der Kaufpreis sei bereits auf ein Treuhandkonto überwiesen worden. Die Frage nach einer Aufbesserung des Angebots stelle sich nicht. Karstadt-Quelle-Vorstandsmitglied Peter Gerard sagte, er habe kein Argument gehört, dass nahe lege, "dass wir unser Ziel nicht erreichen". Eine Saban-Sprecherin wollte die Äußerungen am Mittwoch nicht kommentieren.

Saban, der mögliche künftige Eigentümer der Senderfamilie ProSiebenSat.1, hat nach Angaben aus Branchenkreisen ein verbindliches Gegenangebot zur Offerte des Konsortiums abgeben. In Münchener Branchenkreisen hieß es, die Offerte sei "deutlich höher" als die vermutlich rund 20 Millionen Euro, die das Konsortium für DSF zahlen wolle.

Das Konsortium, dem neben Karstadt-Quelle und EM.TV der Schweizer Finanzier Hans-Dieter Cleven angehört, hatte im April vom Management der insolventen DSF-Muttergesellschaft Kirch-Media eigentlich den Zuschlag für das DSF und das Internetportal Sport1 erhalten. Die endgültige Entscheidung trifft aber der Gläubigerausschuss der Zwischenholding Taurus TV GmbH, der am Freitag erstmals zusammentreten soll.

DSF soll kein Shoppingsender werden

Gerard sagte, Karstadt-Quelle sei mit einem Marktanteil von rund zwölf Prozent bereits größter deutscher Sporthändler in der Branche, die etwa neun Milliarden Euro umsetze, und wolle dort weiter expandieren. Dies gilt auch für den Fußballbereich: Karstadt-Quelle hatte von der Fifa die Lizenzrechte an allen Merchandising-Produkten für die WM 2006 erworben. Wer Sport verkaufen wolle, habe ein Interesse daran, dass Sport professionell im Fernsehen präsentiert werde, betonte Gerard.

Das DSF, das vom Konsortium nicht in einen Shopping-Kanal umfunktioniert werden solle, biete dem Konzern dabei neue Potenziale etwa bei Sport-Reisen oder speziellen Sport-Versicherungen. Der Sender solle als "die deutsche Sportplattform" erhalten und ausgebaut werden. "Wir wollen keine Bratpfannen im DSF verkaufen, sondern Sportartikelprodukte", sagte Gerard. Bereits 2004 solle der bislang defizitäre Sender schwarze Zahlen schreiben.

In den Branchenkreisen hieß es weiter, auch Sabans Konzept sehe vor, das DSF mit einem unabhängigen Redaktionsteam weiter als Sportkanal zu betreiben. Der laufende Betrieb solle danach übernommen werden. Das DSF solle zudem seinen Sitz in München behalten.

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