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Zuversicht?

Was haben Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und der Ifo-Geschäftsklima-Index gemein? Beide verbreiten derzeit Zuversicht, die mit der wirtschaftlichen Realität am Ende nicht unbedingt übereinstimmen muss.

Was haben Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und der Ifo-Geschäftsklima-Index gemein? Beide verbreiten derzeit Zuversicht, die mit der wirtschaftlichen Realität am Ende nicht unbedingt übereinstimmen muss. Daher sollten sie auch mit einer guten Portion Vorsicht genossen werden.

Man kann es dem Wirtschaftsminister gar nicht verübeln: Was bleibt ihm angesichts der verfahrenen Situation anderes übrig, als sich in Optimismus zu üben. Mit einem Wachstum von gut und gerne 1,5 % rechnet die Regierung öffentlich. Will heißen: vielleicht ist es ja auch noch ein wenig mehr drin. Der Ifo-Geschäftsklima-Index scheint diese Prognose zu bestätigen.

Bei aller Hoffnung, dass Clement, Ifo & Co. Recht behalten - es fehlt uns der Glaube daran. Der Blick in die Tiefen des deutschen Wirtschaftslebens zeigt, dass von einem Aufschwung - zumindest bei der Inlandsnachfrage - nicht die Rede sein kann. Die Bürger finden kaum mehr Geld auf ihrer Gehaltsabrechnung als vor der Steuerreform. Sie verspüren zudem Jobunsicherheit - und konsumieren daher nicht.

Besser sieht es natürlich im Ausland aus. Auf das Wachstum der Weltwirtschaft und die sich daraus für die deutsche Industrie ableitenden positiven Effekte setzt auch die Regierung. Diese Hoffnung kann aber nur aufgehen, wenn der Euro sich verbilligt und nicht weiter die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exportindustrie untergräbt. Danach sieht es aber derzeit nicht aus. Im Gegenteil. Wenn man den Effekt der zusätzlichen Arbeitstage herausrechnet, dann bleibt realistischerweise ein zu erwartendes Wachstum von 0,5 bis 0,75 % übrig. Zu wenig.

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