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Zuversichtlich in den November

Die Schweißtropfen sind von der Stirn gewischt. Es war eine Woche, in der die Börsianer ihre Beruhigungspillen zu Hause lassen konnten. Beide Börsenbarometer, sowohl der Dow Jones Index als auch der Nasdaq Index konnten sich im Wochenvergleich verbessern.

Der Trend zum Wochenanfang war deutlich zu erkennen. Die Anleger schichteten um. Einige Technologieaktien waren den Investoren zu heiß. Dafür wurden lieber die traditionellen Industrieunternehmen gekauft.



So hatten Netzwerkausrüster zum Wochenanfang wenig Anlass zur Freude. Das Brokerhaus Lehman Brothers stufte das Kursziel von Cisco Systems von 90 auf 60 bis 65 Dollar ab. Die Befürchtung lautete, dass die lahmende Konjunktur eine Reihe von Unternehmen dazu veranlassen könnte, weniger Kapital in den Bereich der Netzwerkausstattung zu investieren. Im Strudel der pessimistischen Prognose verloren Cinea, Lucent Technologies und SDL an Wert.



Traditionsunternehmen wie der Aluminiumkonzern Alcoa, DuPont und Internationel Paper gewannen dagegen wieder die Aufmerksamkeit der Analysten.



Skeptische Analystenkommentare plagten Qualcomm fast die ganze Woche. Die Experten befürchteten, der Telekom-Technologie-Konzern könnte mit dem Quartalsergebnis enttäuschen. Am Donnerstagabend bestand dann endlich Gewissheit. Die Quartalszahlen überzeugten zwar die Analysten nur teilweise. Doch der Ausblick auf die Zukunft stimmt die Experten optimistisch. Mit einem Gewinn von 25 Cents pro Aktie wurden die Konsensschätzungen um einen Cent übertroffen. Die durchschnittlichen Umsatz-Erwartungen von 709 Millionen Dollar wurden hingegen mit 635 Millionen Dollar deutlich verfehlt. Doch die Zukunft sieht rosiger aus. Qualcomm bestätigte, dass die Umsatzerwartungen im ersten Quartal erfüllt würden. Das Unternehmen erwartet einen Absatz von rund 14 Millionen CDMA-Chips, drei Millionen mehr als im abgelaufenen Quartal. Weiter soll der Aufbau eines CDMA-Netzes in China bald beginnen.



Worldcom enttäuschte zur Wochenmitte mit unerfreulichen Aussichten. Die Telefongesellschaft reduzierte die Umsatz- und Gewinnerwartungen für das vierte Quartal sowie das kommende Geschäftsjahr nach unten. Das Unternehmen leide besonders im Bereich der Ferngespräche unter verstärkter Konkurrenz und dem schwachen Euro.



Auch der Chipsektor geriet unter Druck. Altera, ein Hersteller von programmierbaren Chips, warnte vor einem schwächerem vierten Quartal. Dazu hagelte es von Analystenseite es eine Reihe von Abstufungen. WR Hambrecht stufte die Aktie des Chiphersteller Xilinx von "kaufen" auf "neutral" ab. WR Hambrecht bewertete Altera anstatt "aggressiv kaufen" mit "neutral" ab. Morgan Stanley hat sich Applied Materials und den Chiptechnologiehersteller KLA Tencor vorgenommen und stuft beide Werte von "aggressiv kaufen" auf "outperform".



Kurz vor Wochenschluss beflügelten noch einmal gute Wirtschaftsdaten die Märkte. Die Produktivität stieg im vergangenen Quartal auf 3,8 Prozent und kletterte damit 0,8 Prozent höher als prognostiziert. Damit gehen Ängste vor einer möglichen Inflation zurück.



Neuigkeiten gab es vergangene Woche auch in der Musikbranche. Bertelsmann kündigte an, die Klage gegen den Musikdienst Napster zurückzuziehen - stattdessen gründen sie eine strategische Allianz mit dem Musikrebellen. Um die Interessen der Plattenindustrie zu berücksichtigen, wollen die neu gegründete Bertelsmann eCommerce Group und Napster ein neues Geschäftsmodell entwickeln. Dabei geht es um das bisher kostenlose Runterladen von Musik aus dem Internet, das mit Napster möglich ist, aber Urheberrechte verletzt.

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