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Zuviel Regulierung erstickt die Börse

Der einzige Weg heisst: mehr Anlegeraufklärung.

Ein bekannter Kolumnist im Handelsblatt hat im vorigen Jahr, glaube ich, einen Satz geschrieben, der sich bei mir eingeprägt hat und seitdem symptomatisch für die ganze Anlegerschutz-Hausse ist: Am liebsten würde sich der Anleger ein Gesetz wünschen, dass Kursverluste verbietet. Denn genau darum geht es doch immer noch.

Ich bin ebenfalls felsenfest davon überzeugt, dass noch mehr Regeln die Vertrauenskrise nicht wettmachen können - das Gegenteil ist der Fall: dem Anleger wird eine hundertprozentig-garantierte-gesetzlich-geregelte Sicherheit vorgegaukelt, die die Börse niemals bieten kann. Eine Anlage in Wertpapieren ist und bleibt ein Risiko. Statt zusätzlicher Regeln, die das freie Spiel des Marktes (und das funktioniert in NRW immerhin schon seit 1586 recht erfolgreich) weiter behindern, müssten die Strafen bei Vergehen drastisch erhöht werden.

Denn so wird es Unternehmen immer schwieriger gemacht, an die Börse zu gehen. Es ist, so ist zu lesen, schon nahezu unmöglich, wagemutige Aufsichtsräte zu finden, die ihren Kopf hinhalten wollen - das ist doch nur allzu verständlich, dass man nicht immer mit einem Bein im Gefängnis stehen möchte. Aber wie soll denn der Wirtschaftsstandort Deutschland wieder nach vorne gebracht werden, wie sollen innovative Ideen gefördert werden, wenn die Unternehmensfinanzierung über den Börsengang an schier unüberwindlichen Hürden scheitert?

Der einzige Weg heisst: mehr Anlegeraufklärung. Daran arbeiten wir seit drei Jahren mit Seminaren, unserem Quality Trader Club, Messeauftritten, Ratgebern usw. im persönlichen Dialog mit dem Anleger. Nur wer versteht, wie die Börse funktioniert, kann auch Erfolg haben. Wir dachten, die Anleger hätten durch die schmerzhaften Verluste gelernt - doch was mußten wir auf der letzten Finanzmesse erleben: Den größten Zuspruch hatten die Redner, die die heissesten Aktientipps zu verkaufen hatten. Und so steht zu befürchten, dass beim nächsten Aufschwung wieder die selben Fehler gemacht werden.

Die Privatanleger waren noch nie so gut informiert wie heute: Realtime-Kurse im Internet - kein Problem. Unternehmensnachrichten, Ratings, Analysen - alles auf Knopfdruck abrufbar. Aber frag einmal nach, womit das Unternehmen, in das der Anleger investiert hat, sein Geld verdient? Die Fehlerquote in unseren Seminaren ist erschrdckend hoch. Was machen die Anleger mit all diesen Informationen? Werden sie wirklich genutzt? Und warum nicht?

Qualität - nicht nur im Handel, sondern auch und gerade bei den Informationen ist das Gebot der Stunde. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten und werden weiterhin unsere Aufklärungs-Botschaft unter die Anleger tragen. Denn Börse macht Spaß!

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