Zuwachs beruht auf wenigen Großprojekten in der Chip-Industrie
Industrie in Ostdeutschland investiert 2001 mehr

Erstmals seit sechs Jahren wird das Investitionsvolumen in der ostdeutschen Industrie 2001 nach Einschätzung des Münchener Ifo-Instituts vor allem wegen zahlreicher Großprojekte wieder zunehmen.

Reuters MÜNCHEN. Das verarbeitende Gewerbe werde in diesem Jahr rund 13,6 Mrd. DM ausgeben, schätzen die Konjunkturforscher nach einer Umfrage unter 1 350 Unternehmen. Im Jahr 2000 hätten sich die nach der Wende in einem Aufholprozess stark gestiegenen Investitionen mit 13,1 (1999: 14,15) Mrd. DM einem "normalen" Niveau angenähert. Der erwartete Anstieg wird der Ifo-Studie zufolge jedoch nicht von Dauer sein.

Im kommenden Jahr, spätestens 2003 sei selbst bei günstiger Konjunktur eine deutliche Abnahme der Investitionen im Osten zu erwarten, schätzt das Ifo. Als "Normalniveau" dafür sieht das Ifo-Institut rund 11,7 Mrd. DM (sechs Mrd. ?). Das wären rund 35 % weniger als der 1995 erreichte Spitzenwert. Wolle Ostdeutschland seinen Rückstand auf die alten Länder - gemessen am Anteil der Wertschöpfung der Industrie - aber aufholen, müsse das Verarbeitende Gewerbe in den neuen Ländern auf Dauer rund die Hälfte mehr investieren als normal.

Der geplante Zuwachs in diesem Jahr beruhe fast ausschließlich auf wenigen Großprojekten in der Chip-Industrie, berichtet das Ifo weiter. So wolle der Halbleiterkonzern Infineon sein Werk in Dresden erweitern, der amerikanische Konkurrent Intel plane eine Chipfabrik in Frankfurt/Oder. Ansonsten führen die Unternehmen bei den Investitionen geradeaus: Die Meldungen von Unternehmen, die ihre Budgets aufstocken wollen, und solchen, die deutlich weniger ausgeben, halten sich in der Ifo-Umfrage mit je 40 % die Waage.

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