Zuwachs des Quartalsergebnisses auf 174 Millionen Euro erwartet
Analysten erwarten bei SAP kräftigen Gewinnzuwachs

Der Softwarekonzern SAP wird nach Einschätzung von Finanzexperten für das zweite Quartal 2001 einen kräftigen Gewinnzuwachs ausweisen und damit der Welle von Gewinnwarnungen anderer Technologiekonzerne standhalten.

Reuters FRANKFURT. Die Analysten gehen im Schnitt von einem Zuwachs des Quartalsüberschusses im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund die Hälfte auf 174 Mill. ? aus. Der Umsatz des Walldorfer Konzerns dürfte nach ihren Prognosen im zweiten Quartal um rund ein Fünftel auf knapp 1,8 Mrd. ? gewachsen sein. Mit Spannung warten die Finanzexperten vor allem auf Aussagen über die erwartete Geschäftsentwicklung von SAP im vierten Quartal 2001, nachdem das Unternehmen bislang nur eine Prognose für die ersten neun Monate des Jahres abgegeben hatte. SAP will seine Quartalszahlen am Donnerstag vorlegen.



"SAP ist in einem deutlichen Aufholprozess und spürt nicht das gleiche Ausmaß der Abschwächung wie seine US-Konkurrenten", teilten die Analysten der Deutschen Bank mit Blick auf die Konjunkturschwäche in den USA unlängst mit. SAP hatte sich in den zurückliegenden beiden Jahren grundlegend gewandelt und seine Produktpalette von reinen betriebswirtschaftlichen Anwendungen zur Steuerung von Unternehmen zu internet-basierten Software-Lösungen mit dem Kernprodukt der Internet-Plattform mySAP.com reformiert. Zahlreiche Branchenbeobachter hatten SAP seinerzeit vorgeworfen, das Internet verschlafen zu haben.

SAP profitierte von Krise vieler Internet-Firmen

In den vergangenen beiden Geschäftsquartalen hatte SAP dann die Erwartungen von Analysten deutlich übertroffen. Dabei profitierte SAP nach Einschätzung von Experten neben den neuen Produkten auch von der Krise vieler Internet-Firmen, wodurch Kunden eher wieder auf etablierte und daher gesicherte Unternehmen zurückgriffen. Auf der Hauptversammlung im Mai hatte SAP-Chef Hasso Plattner gesagt, nun sei SAP besser aufgestellt denn je. Gleichzeitig hatte er für die kommenden Jahre deutliche Renditezuwächse von SAP in Aussicht gestellt.

Der Umsatz von SAP mit neuen Software-Lizenzen dürfte nach Einschätzung der Analysten im zweiten Quartal 2001 um 17 % auf 650 Mill. ? zugenommen haben. Der operative Gewinn könnte sich nach ihren Prognosen auf 281 (Vorjahr 151) Mill. ? nahezu verdoppelt haben. Allerdings war der Betriebsgewinn des Vorjahres von Kosten für das Mitarbeiter-Prämienprogramm Star von 95 Mill. ? belastet gewesen.

Viertes Quartal ist von großer Bedeutung

Analysten der Investmentbank Credit Suisse First Boston verwiesen darauf, dass das traditionell wichtigste vierte Quartal von großer Bedeutung für das gesamte Jahresergebnis von SAP sei. Daher hoffe man darauf, von SAP Hinweise auf den zu erwartenden Geschäftsverlauf zu erhalten. Im Schlussquartal des Jahres 2000 hatte SAP die Erwartungen der Finanzmärkte mit einem Umsatzzuwachs um rund 30 % deutlich übertroffen. Dadurch wird auch die Vergleichsbasis für das vierte Quartal 2001 vergleichsweise hoch ausfallen.

Im bisherigen Jahresverlauf hatte SAP stets Geschäftsprognosen für die jeweils folgenden beiden Quartale vorgelegt. Für die ersten neun Monate des Jahres geht SAP nach früheren und bislang nicht abgeänderten Angaben davon aus, dass der Umsatzzuwachs die Steigerungsrate des gesamten Vorjahres von 23 % leicht übertreffen solle. Die operative Rendite ohne einmalige Kosten solle bis Ende September um ein bis zwei Prozentpunkte über dem Wert der ersten drei Quartale des Jahres 2000 von 14 % liegen.

Der Erzrivale von SAP, der US-Konzern Oracle, hatte zuletzt einen relativ positiven Ausblick vorgelegt, während die Internetsoftware-Spezialisten i2 Technologies und der SAP-Partner Commerce One Gewinnwarnungen veröffentlicht hatten.

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