Zuwachs um fast 60 Prozent
Mehr rechtsextremistische Straftaten als je zuvor

Die Zahl rechtsextremistischer, fremdenfeindlicher und antisemitischer Straftaten hat in Deutschland im Jahr 2000 einen neuen Höchststand erreicht.

ap BERLIN. Im vergangenen Jahr wurden 15 951 Delikte gemeldet und damit mehr als je zuvor, teilte das Bundesinnenministerium am Freitag in Berlin mit. Der Anstieg im Vergleich zu 1999 betrage 58,9 Prozent. Der bisherige Höchstand war 1997 mit rund 11 700 Straftaten erreicht worden.

Auch die Gewaltdelikte unter den Straftaten - also Tötungsdelikte, Körperverletzungen, Brand- und Sprengstoffdelikte, Landfriedensbruch oder Raub - stiegen den Angaben zufolge drastisch. Insgesamt seien 998 Gewaltdelikte aus dem gesamten rechtsextremistisch orientierten Spektrum registriert worden. Das entspreche einer Steigerung von rund 34 Prozent zum Vorjahr, teilte das Ministerium mit.

Auch die dem Linksextremismus zuzurechnenden Straftaten haben den Angaben zufolge im vergangenen Jahr zugenommen, aber nur geringfügig um 3,9 Prozent auf 3 173. Die Gewaltdelikte darunter seien jedoch deutlich gestiegen, nämlich um 20,5 Prozent auf 571. Aber "der Anstieg der Gewaltdelikte in diesem Bereich resultiert weitgehend aus der Zunahme von Zusammenstößen zwischen Links- und Rechtsextremisten", schrieb das Ministerium.

Auch die Aufklärungsquote aller Straftaten im Bereich des Staatsschutzes stieg von 40,3 auf 43,2 Prozent. Bei den rechtsextremistischen Gewalttaten lag sie sogar bei 74 Prozent. Dies zeige, dass "der Staat gegenüber dem Rechtsextremismus nicht wehrlos ist, sondern die Verfolgung der Gewalttäter konsequent durchsetzt", schrieb das Ministerium.



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