Zuwachsraten fallen moderater aus
BASF legt im ersten Halbjahr kräftig zu

Der Aktienkurs von BASF reagierte auf die veröffentlichten Zahlen mit einem Verlust von rund 5 % - das Ergebnis liege am unteren Rand der Erwartungen.

Reuters LONDON. Der Chemiekonzern BASF AG hat im ersten Halbjahr 2000 Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Alle Konzernbereiche hätten sowohl im ersten Quartal als auch im Halbjahr ein positives Ergebnis erzielt, sagte der Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns, Jürgen Strube, am Dienstag in London auf der Halbjahrskonferenz nach vorab verbreitetem Redetext. Für das Gesamtjahr sei mit einer Erhöhung des Betriebsergebnisses um 10 % zu rechnen. Auch der Umsatz werde steigen. Die Zuwachsraten würde aber angesichts des starken Vorjahres moderater ausfallen.

Den Angaben von BASF zufolge stieg der Umsatz im ersten Halbjahr um 24,5 % auf 17,44 (Vorjahr 14,01) Mrd. Euro. Dabei habe der Konzern vor allem aufgrund der Ende 1999 verkauften Raffineriegeschäfte insgesamt 285 Mill. Euro an Umsätzen abgegeben. Das Betriebsergebnis habe sich sich vor Sondereinflüssen um 28,5 % auf 1,805 (1,405) Mrd. Euro erhöht. Nach Steuern und Anteilen Dritter habe das Ergebnis um 113 % auf 912 (429) Mill. Euro zugelegt. Dies ergebe ein Ergebnis je Aktie von 1,48 (0,69) Euro.

"Dieses starke, profitable Wachstum ist das Resultat unserer Strategie des kontinuierlichen Wandels. Unterstützt werden wir durch eine gute Konjunktur", sagte Strube. So habe die hohe Nachfrage nach Chemieprodukten weltweit die Verkaufsmengen seit Beginn des Jahres im Konzern um 9 % anwachsen lassen. Deutlich gestiegene Rohstoffkosten seien durch höhere Preise weitergegeben worden. Hier bestehe aber nach Auffassung von BASF noch einiger Nachholbedarf.

Für das zweite Halbjahr rechnet BASF mit Einmalkosten und Belastungen für den Konzern in Höhe von zusammen 520 Mill. Euro aus der Übernahme der American Cyanamid.

Bei den einzelnen Geschäftsbereichen habe BASF vor allem bei Kunststoffen und Fasern aber auch bei den Chemikalien deutliche Umsatzzuwächse verzeichnet, teilte der Konzern mit. Der gestiegene Rohölpreis und der höhere Dollarkurs hätten zudem im zweiten Quartal eine Verdoppelung der Umsätze aus dem Öl- und Gasgeschäft bewirkt. Dadurch sei der Wegfall des 1999 abgegebenen Raffineriegeschäfts mehr als ausgeglichen worden. Regional habe BASF in den USA im ersten Halbjahr den Umsatz um rund 7 % gesteigert. Das Betriebsergebnis sei im zweiten Quartal in Nordamerika um 77,3 % geklettert. Das höhere Ergebnis in Deutschland sei vor allem auf die Aufwendungen für die kartellrechtlichen Verfahren im Vitamingeschäft im Vorjahr zurückzuführen. Asien, Korea und China hätten im zweiten Quartal ihren Beitrag zum Konzernergebnis um 141 % gesteigert.

Im deutschen Aktienhandel gehörten BASF mit einem Minus von gut 5 % auf 42,70 Euro zu den Verlierern. Händler begründeten den Kursrückgang damit, dass das Ergebnis am unteren Rand der Erwartungen gelegen habe. Insgesamt bewerte die Börse die Aussichten für die Chemiebranche nun schlechter.

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