Zuwächse in Deutschland
Stahlindustrie kocht auf großer Flamme

Die weltweite Stahlindustrie produziert Dank der riesigen Nachfrage in China so viel wie noch nie. Bereits 2002 sei mit 902 Millionen Tonnen Rohstahl eine Rekordmarke erreicht worden, teilte die Wirtschaftsvereinigung Stahl zum Auftakt mehrerer Fachmessen am Montag in Düsseldorf mit. Diese Entwicklung halte 2003 an. In den ersten vier Monaten hätten die Stahlunternehmen weltweit rund 9 Prozent mehr Rohstahl hergestellt als im Vorjahreszeitraum.

HB/dpa DÜSSELDORF. Ein Hauptgrund für die Produktionsausweitung sei der hohe Bedarf von China. Die chinesische Stahlnachfrage wachse in diesem und im kommenden Jahr Schätzungen zufolge um jeweils rund 10 Prozent. Aber auch aus den USA kämen positive Signale für die Stahlproduzenten. Für das Gesamtjahr 2003 erwarten die Düsseldorfer Branchenexperten eine weltweite Produktion von etwa 940 Millionen bis 950 Millionen Tonnen Rohstahl. Das wären gut 5 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Auch die deutsche Stahlindustrie startete 2003 mit Zuwächsen. In den ersten fünf Monaten nahm die Rohstahlproduktion den Angaben zufolge gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 5,5 Prozent zu. Die Anlagen seien schon seit gut einem Jahr zu über 90 Prozent ausgelastet. Für 2003 insgesamt wird eine Rohstahl-Produktion auf Vorjahreshöhe von 45 Millionen Tonnen erwartet. Das zweite Halbjahr sei traditionell schwächer als die ersten sechs Monate des Jahres.

Bei der ostdeutschen Stahlindustrie gebe es Gegenwind. Der durch Streiks erzwungene Tarifabschluss zur Einführung der 35-Stunden-Woche bis zum Jahr 2009 koste die Stahlunternehmen in Ostdeutschland in den ersten beiden Jahren 2005 und 2006 jeweils 5 Millionen Euro, hieß es in Industriekreisen. Damit falle schrittweise ein Wettbewerbsvorteil weg. Heutzutage werde in Ostdeutschland insgesamt knapp 1 Million Tonnen mehr Rohstahl erzeugt als im Jahr der Wiedervereinigung.

Der erstarkte Euro gegenüber dem Dollar werde in der deutschen Branche mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen, schilderte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Dieter Ameling. Mit dem veränderten Wechselkursverhältnis gebe es positive Effekte beim Rohstoffeinkauf. Teurungen beim Eisenerz würden durch den starken Euro abgefedert. Andererseits sei der USA-Markt für die Kunden wichtig. Auf vier Fachmessen rund um die Metallherstellung und-verarbeitung wird in Düsseldorf bis Freitag Technik präsentiert.

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