Zuwenig Frequenzen
RWE gibt Internet aus der Steckdose auf

Der Konzern stellt die Aktivitäten seiner Tochter Powerline ein. Wegen technischer Probleme sei Internet via Steckdose derzeit für den Massenmarkt nicht tauglich.

Reuters ESSEN. Der RWE-Konzern wird sich Ende September aus seinen Powerline-Aktivitäten zurückziehen. Das Internet via Steckdose sei unter den gegebenen technologischen Voraussetzungen nicht massenmarkt-tauglich, sagte der Geschäftsführer von RWE Powerline, Carsten Knauer, am Mittwoch in Essen. Neben technischen Problemen mit dem Modem der Schweizer Firma Ascom nannte Knauer mangelnde Kapazitäten in zusammenhängenden Frequenzbereichen als Gründe für den Rückzug aus den Powerline-Aktivitäten. Die Höhe der Anlaufkosten bezifferte er nicht. Für die 34 Mitarbeiter des Unternehmens werde eine Weiterbeschäftigung in anderen Konzernbereichen derzeit geprüft, fügte Knauer hinzu.

Nach den Anschlägen am 11. September vergangenen Jahres seien zunehmend Frequenzbänder für Sicherheitsdienste wie den Bundesnachrichtendienst und Seefunk reserviert worden, hieß es. Daher könne in der vorgesehenen Form die Powerline-Technologie nicht mehr etabliert werden.

Bereits im Mai hatte RWE Powerline technische Probleme mit dem Modem als Grund genannt, warum das Internet via Steckdose noch nicht zum Produkt für den Massenmarkt geworden war. Nur 2000 Kunden hätten gewonnen werden können, hieß es damals. Man sei aber in Verhandlungen mit potenziellen Kooperationspartnern. Ascom hatte indes technische Probleme bestritten und auf 60 Pilotinstallationen verwiesen, bei denen die Technologie eingesetzt werde und stabil sei.

RWE Powerline war 2001 als erster der deutschen Stromkonzerne mit dem Internet via Steckdose in den Städten Essen und Mülheim an den Start gegangen. RWE definierte damals als Ziel, bis Ende 2004 zehn Prozent seiner drei Mill. Kunden für Powerline gewinnen zu wollen. Allein bis Ende 2002 sollten es 120 000 Kunden sein.

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