Zuwenig qualifizierte Ingenieure
Maschinenbauer verdoppeln Wachstumsprognose - Branche fordert Green-Card-Initiative

Reuters BERLIN. Ein freundliches Klima auf den ausländischen Märkten, die anziehende heimische Wirtschaft sowie der schwache Euro haben zu mehr Optimismus unter den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern geführt. Angesichts guter Rahmenbedingungen könne die bisherige Prognose für das Produktionswachstum in diesem Jahr von bislang drei auf nun sechs Prozent verdoppelt werden, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Eberhard Reuther, am Freitag in Berlin. Wermutstropfen ist nach Reuthers Worten jedoch der weiter bestehende Mangel an Ingenieuren in Deutschland. Er forderte deshalb eine Green-Card-Initiative für ausländische Studenten.

Im VDMA sind den Angaben zufolge rund 3000 Mitgliedsfirmen mit zusammen rund 930 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 260 Mrd. DM vertreten. Durch die positive Entwicklung im laufenden Jahr wird die Zahl der Beschäftigten in der Branche nach Einschätzung des VDMA-Vizepräsidenten Diether Klingelnberg um zwischen 10 000 und 20 000 ansteigen.

Der wachsenden Nachfrage nach Mitarbeitern stehe aber eine zu geringe Zahl vor allem an qualifizierten Ingenieuren gegenüber, sagte Reuther. In diesem Jahr würden lediglich 5 000 Maschinenbauingenieure die Hochschulen verlassen. Um diese bemühten sich neben dem Mittelstand auch die Großfirmen, die Hochschulen selbst sowie der öffentliche Dienst.

Da die Studentenzahlen gerade erst wieder anstiegen, sei zu befürchten, dass in den kommenden vier bis fünf Jahren nicht genügend Ingenieure nach kämen. Die Branche brauche deshalb eine ähnliche Initiative wie die Green Card für Computerspezialisten, sagte Reuther. Die Bundesregierung solle ausländischen Studenten eine einfachere Einreise ermöglichen. An den Hochschulen müssten zudem verstärkt fremdsprachliche Vorlesungen angeboten werden. Schließlich sollte es den Ingenieuren nach einem erfolgreichen Abschluss möglich sein, noch mehrere Jahr in Deutschland zu arbeiten. Auf die Frage, wieviele ausländische Studenten er für nötig halte, sagte Reuther: "So viel wie in die Hörsäle passen."

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