Zwangsarbeiter-Enstschädigung
Erste Zahlungen erst Mitte 2003 abgeschlossen

Die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter in Polen, Tschechien und Weißrussland wird nach Angaben der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" Mitte kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Reuters BERLIN. Der Stiftungsvorsitzende Michael Jansen sagte am Freitag in Berlin, bis zu diesem Zeitpunkt werde in diesen Ländern auch die zweite Entschädigungsrate ausgezahlt sein. Auch die Jewish Claims Conference, die für die Entschädigung jüdischer Antragsteller unter anderem aus Deutschland, Israel und den USA zuständig ist, werde ihre Zahlungen dann abgeschlossen haben. In der Ukraine und in Russland werde die Auszahlung noch bis 2004 dauern.

Jansen sagte, seit Juni 2001 seien rund 1,3 Mrd. Euro an 662 000 ehemalige Zwangsarbeiter ausgezahlt worden. Dies entspreche rund 31 % der vorgesehenen Entschädigung. "Die Auszahlungen verlaufen weitgehend reibungslos." Die Zahl der Antragsteller sei bislang noch nicht abschließend erfasst. Die Stiftung gehe von bis zu 1,9 Mill. Antragstellern aus, von denen möglicherweise 1,5 Mill. Anspruch auf Entschädigung hätten. Die Antragsfrist war Ende Dezember 2001 ausgelaufen. Die ehemaligen Zwangsarbeiter erhalten als Entschädigung zwischen rund 1 000 Euro und rund 7 700 Euro.

Als zweite Säule der Stiftung werde ab sofort auch der Fonds "Erinnerung und Zukunft" seine Arbeit aufnehmen, sagte der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Dieter Kastrup. Mit jährlich bis zu knapp 13 Mill. Euro soll der Fonds unter anderem die soziale und medizinische Betreuung ehemaliger NS-Opfer fördern. Unterstützt werden soll auch die Auseinandersetzung von Jugendlichen mit dem Thema, etwa durch Einladung von Zeitzeugen an Schulen.

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