Zwangspfand als Jobkiller
Dem Büdchen um die Ecke droht das Aus

Die kleinen Einzelhändler und Kioskbesitzer schlagen Alarm. Dem Büdchen um die Ecke droht durch das Zwangspfand auf Getränkeverpackungen das Aus. In einem offenen Brief fordert daher Christian Berner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Lekkerland-Tobaccoland GmbH & Co. KG aus Frechen, von Bundeskanzler Gerhard Schröder auf die Einführung der Zwangspfandverordnung zu verzichten.

agr DÜSSELDORF. "In Deutschland gibt es allein 25 000 Kioske, die mit der erhöhten Kapitalbindung durch das Zwangspfand ihre finanziellen Möglichkeiten überschritten sehen," schreibt Berner. Er schätzt, dass über 1 000 Kioske dadurch in ihrer Existenz bedroht sind. Sechs Milliarden Dosen entsprechen etwa 1,5 Mrd. Euro an Getränkepfand.

Gleichzeitig machte Berner die Erhöhung der Tabaksteuer für die Pleite von Tabakhändlern verantwortlich. Die Industrie habe die erste Runde der Erhöhung um einen Cent je Zigarette nur teilweise an den Raucher weitergeben können. Als Beispiel nannte er die Düsseldorfer Distrigit-Gruppe, zu der 234 Filialen gehörten.

Der Konzernumsatz des auf die Belieferung von Tankstellen, Kiosken und Bäckereien mit Convenience-Produkten spezialisierten Großhändlers Lekkerland-Tobaccoland kletterte 2001 um 8,2 % auf 6,5 Mrd. Euro. Gut 60 % des Umsatzes wird mit Tabakwaren erzielt. Der Jahresüberschuss legte um knapp 11 % auf 63 Mill. Euro zu.

Für 2002 erwartet Berner allerdings nur ein "verhaltenes" Umsatzplus von 4 %. Negativ im einstelligen Millionenbereich werde sich dabei die Erhöhung der Tabaksteuer auswirken. Das Unternehmen erwartet dennoch einen Jahresüberschuss von 70 Mill. Euro.

Quelle: Handelsblatt

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