Zwanziger übt Kritik
Völler-Nachfolge nicht länger Chefsache

Der von einem internen Machtkampf zerrüttete Deutsche Fußball-Bund (DFB) setzt bei der Suche nach einem Nachfolger für Rudi Völler auf eine vierköpfige Findungskommission. Der Stutz des DFB-Präsidenten ist mit dem Beschluss gleichzeitig zumindest verschoben.

HB FRANKFURT/MAIN. Bei seinem Krisengipfel am Montagabend in Frankfurt/Main verständigte sich das DFB-Präsidium auf ein verantwortliches Quartett, dem Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, Generalsekretär Horst R. Schmidt, Liga-Präsident Werner Hackmann und WM-OK-Chef Franz Beckenbauer angehören.

Nach knapp vierstündiger Beratung präsentierte DFB-Pressesprecher Harald Stenger das erste Ergebnis der Marathon-Sitzung, deren Ende nicht absehbar war. Erst am Dienstag will der DFB in einer Presseerklärung über weitere Inhalte der Sondersitzung informieren.

Gerhard Mayer-Vorfelder hatte bereits wenige Minuten vor dem brisanten Treffen in der DFB-Zentrale die Erwartungen gedämpft, dass ein Nachfolger von Rudi Völler bereits in Sicht sei. "Wir müssen erst einmal mit einem Kandidaten Gespräche führen. Ich halte nichts davon, Namen zu verbrennen", sagte der DFB-Präsident. Über die in der Öffentlichkeit gehandelten Kandidaten würden keine Stellungnahmen abgegeben, sagte Stenger am Abend.

Favorit auf den vakanten Trainer-Posten ist Otto Rehhagel. "Über den Namen Rehhagel werden wir im Präsidium und in der Findungsgruppe reden. Mehr will ich dazu nicht sagen", erklärte Mayer-Vorfelder. Anders als WM-OK-Chef Franz Beckenbauer, der sich eine kurzfristige Trainerlösung bis zu den Titelkämpfen in zwei Jahren vorstellen kann, votiert der DFB-Präsident für ein langfristiges Engagement. "Eine Lösung über 2006 hinaus wäre mir lieber, denn die Nationalmannschaft hört ja nach der WM nicht auf zu existieren", sagte Mayer-Vorfelder.

Der zum Kandidaten Nummer eins aufgestiegene Rehhagel wollte sich in der Stunde des EM-Triumphes mit Griechenland nicht zu einem möglichen Engagement in seiner Heimat äußern. "Es ist jetzt an der Zeit, nur über meine Jungs zu sprechen. Es wäre fatal, jetzt auch nur ein Wort über andere Dinge zu verlieren", erklärte der 65-Jährige vor der Rückkehr nach Athen. Griechenlands Verbands-Präsident Vasilios Gagatsis lehnte eine Freigabe Rehhagels kategorisch ab. "Otto hat bei uns gerade verlängert - nicht nur bis 2006, sondern sogar bis 2008! Er wird bei uns in Rente gehen. Das hat er selbst zu mir gesagt", sagte Gagatsis der "Bild"-Zeitung.

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