Zwei Anwärter wollen Noyer beerben
Rennen um Nachfolge von EZB-Vizechef eröffnet

Knapp drei Monate vor dem Ausscheiden von EZB - Vizepräsident Christian Noyer ist das Rennen um dessen Nachfolge offiziell eröffnet worden.

dpa BRÜSSEL. Es bewerben sich der griechische Notenbankchef Lucas Papademos und der liberale belgische Senator und Wirtschaftsprofessor Paul De Grauwe, teilte der belgische Finanzminister Didier Reynders am Dienstag in Brüssel am Rande des Treffens mit seinen EU-Kollegen mit. Der Posten von Noyer bei der Europäischen Zentralbank (EZB) wird zum 31. Mai frei. Deutschland stellt keinen Kandidaten.

Österreichs Finanzminister Karl-Heinz Grasser erklärte am Rande, der Wiener Notenbankgouverneur Klaus Liebscher stehe für den Posten nicht zur Verfügung. Als ein möglicher Kompromisskandidat gilt in EU-Kreisen der luxemburgische Notenbankchef Yves Mersch. Der flämische Liberale De Grauwe war der Nachrichtenagentur Belga zufolge ein Kritiker des Euro. Er unterrichte Makroökonomie an der Katholischen Universität von Löwen vor den Toren Brüssels.

Bei dem Treffen wurde deutlich, dass über die Nachfolge für den Franzosen Noyer möglicherweise erst nach dem EU-Gipfel in Barcelona entschieden wird, der in zehn Tagen beginnt. Ein möglicher Termin sei das informelle Finanzministertreffen vom 12. bis 14. April im spanischen Oviedo. Auf die Frage, ob in Barcelona entschieden werde, sagte Bundesfinanzminister Hans Eichel: "Das ist im Moment nicht genau vorauszusehen, da die Debatte noch gar nicht angefangen hat."

Eichel äußerte sich nicht näher zu möglichen Kandidaten: "Ich kann nur zu einem Punkt raten: das mit äußerster Diskretion zu machen. Wer immer... über die Europäische Zentralbank redet und über Personalia, der handelt dort mit rohen Eiern sozusagen." EZB-Präsident Wim Duisenberg hatte im Februar bekannt gegeben, er werde zum 9. Juli 2003 sein Amt aufgeben. Als ein möglicher Nachfolger gilt Jean-Claude Trichet, Präsident der französischen Notenbank.

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