Zwei Dörfer müssen verschwinden
Chaulnes wird Standort für dritten Pariser Flughafen

Nach siebenjährigem Vorlauf ist die Entscheidung über den Standort für den dritten Pariser Flughafen gefallen. Der internationale Flughafen werde bei Chaulnes 125 Kilometer nördlich von Paris errichtet, gab das Büro von Premierminister Lionel Jospin am Donnerstagabend bekannt. Für das Großprojekt werde die Regierung Langzeitkredite im Umfang von fünf Milliarden Franc (rund 1,5 Milliarden Mark/0,77 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen. Der Flughafen soll bis zum Jahr 2020 fertiggestellt werden und jährlich bis zu 20 Millionen Fluggäste aufnehmen.

afp PARIS. Der dritte Airport soll die bestehenden Flughäfen Charles de Gaulle im Norden von Paris und Orly im Süden entlasten, auf denen in den kommenden 20 Jahren mit einer Verdopplung des Passagieraufkommens auf 140 Millionen Reisende gerechnet wird. Chaulnes liegt in der Somme-Region auf halber Strecke zwischen Paris und Brüssel. Ein TGV-Hochgeschwindigkeitszug soll Chaulnes mit dem Flughafen Roissy-Charles de Gaulle mit einer Fahrzeit von einer halben Stunde verbinden.

Zwei Dörfer mit zusammen knapp 500 Einwohnern werden beim Bau des Flughafens in Chaulnes von der Landkarte verschwinden. Auch die Gräber von 23.000 deutschen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg müssen für den dritten Pariser Flughafen voraussichtlich verlegt werden. Auf dem Soldatenfriedhof Vermandovillers sind die Gefallenen der Somme-Schlacht begraben, die sich Deutsche und Franzosen von Juni bis November 1916 lieferten.

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