Zwei Drittel des Konzerns sollen verkauft werden
Sulzer konzentriert sich auf Medizin und Technologie

Reuters ZÜRICH. Die Schweizer Mischkonzern Sulzer will sich auf die Bereiche Medizinaltechnik und Oberflächen- und Materialtechnologie konzentrieren. Klassische Maschinenbau-Sparten wie Pumpen, Textilmaschinen, Kompressoren und Haustechnik will Sulzer für mindestens eine Milliarde SFr verkaufen. Insgesamt sucht das Winterthurer Traditionsunternehmen für zwei Drittel des Konzerns mit einem Umsatz von zusammen 3,6 Mrd. SFr neue Besitzer. Abgestoßen werden sollen insgesamt fünf Geschäftsbereiche. Verkaufsgespräche werden bereits geführt werden. Betroffen von dem "radikalen Umbau des Konzerns" sind auch 14 600 von gut 21 000 Mitarbeitern.

Konzentration auf vier Geschäftsbereiche

1999 erzielte Sulzer bei einem Umsatz von 5,52 Mrd. SFr einen Gewinn von 254 Mill. SFr. Bis 2002 will Sulzer mit den verbliebenen Geschäftsbereichen Sulzer Medica, Sulzer Metco, Sulzer Chemtech und Sulzer Turbomaschinen-Service nicht zuletzt durch Übernahmen auf einen Umsatz von etwa 4,4 Mrd. SFr kommen. Gegenwärtig setzen die Bereiche etwa zwei Mrd. SFr um. Die Betriebsgewinnmarge soll dann 14 % betragen. 1999 lag die Betriebsgewinnmarge (EBIT) des Konzerns bei sechs Prozent. Stark forcieren will Sulzer bestehende New-Venture-Projekte wie die Brennstoffzelle für dezentrale Energieversorgung (Sulzer Hexis) und Verbundwerkstoffe. Für Übernahmen stehen Sulzer einschließlich des Verkaufserlöses mindestens 2,5 Mrd. SFr zu Verfügung.

Einen Zeitplan für die geplanten Verkäufe nannte die Sulzer-Konzernspitze auf einer Medienkonferenz in Winterthur nicht. Die Verkäufe sollten schnell über die Bühne gehen, sagte Konzernchef Ueli Roost, der sein Amt vor wenigen Monaten angetreten hat. Im Zuge des Umbaus sollen weltweit rund 300 Stellen abgebaut werden, rund die Hälfte davon in der Schweiz.

Ruf vom "Gemischtwarenladen" lastet auf Sulzer

An den Börsen war Sulzer immer wieder als "Gemischtwarenladen" bezeichnet worden. Vor allem der früheren Konzerführung unter Fritz Fahrni wurde vorgeworfen, der Sulzer-Konzern konzentriere sich zu wenig auf eine überschaubare Zahl von Geschäftsfeldern. Der Analyst Christoph Streit von der Bank Leu erklärte, "der Schritt beseitigt die Fehler des letzten Managements, nämlich die Überdiversifikation". Die Maschinenindustrie-Gewerkschaft VSAM sprach von kapitalen Fehlern des früheren Managements. Sulzer hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Restrukturierungs- und Rationalisierungsprogramme aufgelegt, die Rentabilität des Konzerns ließ aber immer noch zu wünschen übrig.

Die Konzernfirma Sulzer Medica, an der Sulzer nach einem Teil-Börsengang vom Sommer 1997 noch 74 % hält, soll im Zuge eines Aktientausches wieder vollständig mit Sulzer zusammengelegt werden. Für den Aktientausch soll über eine Kapitalerhöhung die Zahl der umlaufenden Aktien um gut 30 % erhöht werden. Die Medica-Aktionäre kommen in den Genuss einer Prämie von 13 % auf den Kurs vom vergangenen Freitag.

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