Zwei Flugzeuge landeten problemlos
Nepal: Anschlag auf Flugzeug ausgeschlossen

Die Polizei in Nepal hat einen Anschlag maoistischer Rebellen auf das abgestürzte Flugzeug mit 13 deutschen Touristen an Bord ausgeschlossen. Schlechtes Wetter und schlechte Sicht galten weiterhin als wahrscheinlichster Grund.

HB KATHMANDU. Die Leichen der Deutschen sollten möglicherweise am Wochenende in ihre Heimat übergeführt werden. Die Identifizierung der Toten war am Freitag aber noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben von Polizei und Medien waren sie nach dem Absturz fast bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Die Propellermaschine vom Typ Twin Otter war am Donnerstag in Pokhara 170 Kilometer westlich der Hauptstadt Kathmandu an einem Berg zerschellt. 18 Menschen kamen ums Leben. Unmittelbar vor dem Unglück waren zwei andere Twin Otter-Flugzeuge problemlos in Pokhara gelandet. Das berichteten nepalesische Zeitungen. Ein Untersuchungsteam beendete am Freitag seine Arbeit an der Unglücksstelle, machte aber noch keine Aussagen über die Ursache des Absturzes.

Die Toten waren in eine Klinik in Kathmandu gebracht worden. Die Leichen der beiden nepalesischen Piloten und der Stewardess konnten am Freitag identifiziert werden, die der 15 Touristen aus Deutschland, Großbritannien und den USA aber zunächst nicht.

Die deutsche Reisegruppe war Anfang August nach Nepal gereist und hatte an einer Trekking-Tour durch das entlegene kleine Königreich Mustang teilgenommen. Am Freitag hätte die Gruppe nach Hause zurückkehren sollen.

Gefährliche Strecke

Auf der Rückreise hatte das Flugzeug der nepalesischen Airline Shangri La die gefährliche Strecke zwischen mehr als 8000 Meter hohen Bergen hindurch bereits hinter sich, als es beim Landeanflug auf Pokhara in dichte Wolken geriet. Eine Minute vor der geplanten Landung prallte die kleine Maschine gegen einen Berg.

Zwei andere Propellermaschinen von Shangri La und Cosmic Air waren drei beziehungsweise acht Minuten vorher dieselbe Strecke geflogen und problemlos gelandet. Nepalesische Medien berichteten, die Piloten flögen die Route auf Sicht, festgelegte Korridore gebe es nicht.

In Nepal kämpfen maoistische Rebellen seit sechs Jahren für die Errichtung eines kommunistischen Regimes. Dabei kamen bisher 5000 Menschen ums Leben. Die Polizei schloss einen Anschlag aber aus.

Mit dem Unglück vom Donnerstag sind nach Angaben der Zeitung "Kantipur" in den vergangenen 47 Jahren 48 Flugzeuge in Nepal abgestürzt. Fast 500 Menschen kamen dabei ums Leben. In 80 % der Fälle seien die Maschinen gegen Berge oder andere Hindernisse geprallt.

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