Zwei Investorengruppen wollen einsteigen
Telekom Austria: „Österreichische Lösung“ gesucht

Die Telekom Austria sucht einen neuen Eigentümer: Zwei Bieterkonsortien haben Interesse an dem österreichischen Telekomkonzern. Letztendlich soll aber ein internationaler Telekomkonzern wie France Telecom oder Telefónica bei der Telekom Austria einsteigen.

kg WIEN. Mindestens zwei Konsortien sind an einem Einstieg bei der Telekom Austria AG (TA), Wien, interessiert. Investoren um das US-Investmentunternehmen Providence Equity Partners sowie eine Gruppe um die amerikanische Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) hätten sich bereits für die TA-Übernahme formiert, andere arbeiteten noch daran, heißt es in der Branche.

Vor etwa einem Monat ist der geplante Rückzug der Telecom Italia aus Österreich bekannt geworden. Die Italiener wollen ihren Anteil von 29,8 % an dem österreichischen Telekomkonzern verkaufen.

Zu dem Konsortium um Providence Equity Partners gehören der Finanzinvestor Apax, Bank of America und die österreichisch-deutsche Beteiligungsfirma UIAG an. Zu der zweiten Bietergruppen um KKR gehören der Fonds Doughty Hansen, die österreichische Raiffeisen-Gruppe und Strabag-Großaktionär Hans Peter Haselsteiner.

Eine Schlüsselrolle im Verkaufspoker um die TA kommt dem Vertrag zwischen Telecom Italia und der ÖIAG zu, der österreichischen Privatisierungsagentur. Die ÖIAG ist TA-Hauptaktionär (47,8 %). Ohne Zustimmung der ÖIAG kann Telecom Italia ihre TA-Anteile nicht vor Oktober 2003 verkaufen. Vieles deutet daraufhin, dass die ÖIAG die Gelegenheit nutzt, um bei einem Ausstieg der Italiener auch die eigenen TA-Anteile zu verkaufen. Laut Regierungsabkommen soll die ÖIAG bis Herbst 2003 schuldenfrei sein. Das ist aber nur über einen Verkauf der TA-Anteile möglich. Allerdings will die Regierung den Eindruck vermeiden, dass der österreichische Telekomkonzern "an das Ausland verschenkt" werde. Das Unternehmen ist noch beim Börsengang im November 2000 zum Hoffnungsanker für die Wiener Börse hochstilisiert worden. Daher wird nach einer "österreichischen Lösung" gesucht.

Die größten Chancen werden einer Treuhandlösung eingeräumt. So könnte die gesamte TA von einem amerikanischen Fonds übernommen werden, an dem sich österreichische Industrielle und Banken beteiligen würden. Diese würden über eine Steuerungsholding zunächst die TA-Organe neu bestellen. Später sollte dann ein strategischer Partner einsteigen. Als Favoriten gelten France Télécom und die spanische Telefónica.

Die TA-Aktie profitierte von den Gerüchten. Nach einem Tief von 5,50 Euro im März erholte sich der Kurs und stieg auf 8,50 Euro. Der Emissionskurs lag bei 9 Euro.

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