Zwei Jahre nach Scheidung schwanger geworden
Fischer fordert Verzicht auf Steinigung

Außenminister Joschka Fischer hat an seinen nigerianischen Kollegen appelliert, die nach einem Todesurteil vorgesehene Steinigung einer Frau zu verhindern.

dpa/HB BERLIN. Fischer schrieb an Minister Sule Lamido, das Steinigungsurteil sei eine grausame Todesstrafe, die "massiv gegen universelle Menschenrechtsprinzipien verstößt", teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch mit. Lamido möge alles unternehmen, um die Vollstreckung zu verhindern. Der betroffenen 31 Jahre alten Amina Lawal wird Ehebruch vorgeworfen.

Ein islamisches Berufungsgericht im Bundesstaat Kastina hatte am Montag das Todesurteil vom März dieses Jahres bestätigt. Das Urteil zum Tod durch Steinigung bleibe bestehen, hatten die Scharia-Richter erklärt. Die Frau war knapp zwei Jahre nach ihrer Scheidung schwanger geworden, was nach Auslegung des islamischen Rechts (Scharia) in Nigeria als Ehebruch gilt.

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) will sich gemeinsam mit ihren EU-Kollegen für die verurteilte Frau einsetzen. Sie appellierte in Berlin an die Regierung des westafrikanischen Landes, die nigerianische Verfassung in den Bundesstaaten durchzusetzen. In der Verfassung würden die Menschen- und Grundrechte ausdrücklich garantiert.

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