Zwei Jahre nach Unabhängigkeitsreferendum
Hohe Beteiligung bei erster Parlamentswahl in Osttimor

Zwei Jahre nach dem Referendum über die Unabhängigkeit von Indonesien ist in Osttimor erstmals ein Parlament gewählt worden. Bei der Wahl der 88 Abgeordneten zeichnete sich am Donnerstag eine hohe Wahlbeteiligung ab. Als Favorit unter den 16 Parteien galt die Revolutionäre Front für ein Unabhängiges Osttimor (Fretilin), die den Befreiungskampf gegen die indonesische Besatzung anführte.

ap DILI. Das Parlament soll eine Verfassung ausarbeiten und im kommenden April einen Präsidenten wählen, voraussichtlich den ehemaligen Guerillaführer José Alexandre «Xanana» Gusmão. 425 000 Menschen waren zur Wahl des Parlaments aufgerufen. Schon Stunden vor Öffnung der Wahllokale warteten die Menschen in langen Schlangen vor den Gebäuden. Wahlbeamte gingen davon aus, dass die Beteiligung ebenso hoch liegen würde wie beim Unabhängigkeitsreferendum 1999, an dem 98 Prozent der Wahlberechtigten teilnahmen. Beobachter sprachen von einer friedlichen Atmosphäre. Erste Ergebnisse werden kommende Woche erwartet.

Nach vier Jahrhunderten Kolonialherrschaft und 24 Jahren indonesischer Besatzung soll das Parlament in den kommenden Monaten mit der Ausarbeitung einer Verfassung den Weg in die Unabhängigkeit freimachen. Die 1999 eingesetzte UN-Übergangsregierung soll bis Mitte 2002 ihre Arbeit einstellen.

Die Wahl am Donnerstag fand genau zwei Jahre nach dem Referendum über die Unabhängigkeit statt. Nachdem damals eine überwältigende Mehrheit für die Loslösung von Jakarta gestimmt hatte, überzogen proindonesische Milizen mit Unterstützung der indonesischen Streitkräfte die Provinz mit einer Terrorwelle. Sie töteten mehrere hundert Menschen und verwüsteten die Hauptstadt Dili und andere Orte. Erst der Einsatz der internationalen Blauhelmtruppe "Interfet" setzte der Gewalt ein Ende.

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