Zwei-Jahres-Tief
Verwirrung um Opec-Reaktion auf Ölpreis-Verfall

Nach dem jüngsten Verfall der Ölpreise gab Verwirrung über die Reaktion der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec). Die amtierende Opec-Präsidentschaft in Algerien erklärte zunächst, die Ölminister des Kartells würden am Wochenende zu einer Dringlichkeitssitzung zusammentreffen.

som/afp DÜSSELDORF. Anschließend dementierte das Opec-Sekretariat dies. "Es wird keine Sitzung geben", sagte Kartellsprecher Abdulrahman Al Kheraigi, "die Minister werden aber ihre regelmäßigen Konsultationen fortsetzen". Am Wochenende sei "nichts Besonderes" geplant.

Zwischen den beiden Ankündigungen legte der Ölpreis deutlich zu. Der Preis für ein Barrel Brent Rohöl zur Lieferung im November kletterte in London um 68 Cent auf 22,20 $. Experten verwiesen darauf, dass die Sorge um die Entwicklung der Weltwirtschaft nach den Anschlägen in den USA wachse und dies auch die Nachfrage nach Öl drücke.

Der Durchschnittspreis für ein Barrel Opec-Rohöl war zuvor auf 19,65 $ und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Damit wurde die von der Opec vorgegebene Spanne von 22 bis 28 $ weiter unterschritten. Sollte dies auch noch am Freitag der Fall sein und damit zehn Handelstage in Folge, könnte das Kartell seine Förderung gemäß eigener Beschlusslage drosseln, um den Preis wieder in die Höhe zu treiben.

Saudi-Arabien als wichtigster Opec-Staat sprach sich allerdings am Donnerstag gegen einen solchen Schritt aus. Dies liege nicht daran, dass steigende Ölpreise die Verbraucher nicht erfreuten, sondern daran, dass die Saudis vor allem Stabilität auf dem Ölmarkt wollten, sagte Ölminister Ali al-Nuaimi der "Financial Times".

In der vergangenen Woche hatten die Ölminister beschlossen, die Fördermenge unverändert zu lassen. Eine Drosselung sei jedoch möglich, wenn die Nachfrage unverändert schwach bleibe. Nach dem geltenden Preismechanismus könnte die Opec täglich 500 000 Barrel weniger fördern, wenn der Preis an zehn aufeinander folgenden Handelstagen unter die vorgegebene Spanne sinkt. Dafür ist kein neues Treffen der Opec nötig.

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