Zwei-Länder-Experiment
Irgendwo zwischen Seoul und Tokio

Die Offiziellen lobten und lobten und lobten. Das Experiment mit der an zwei Länder vergebenen Fußball-Weltmeisterschaft sei gelungen, alles habe reibungslos geklappt. In der Tat gab es weitaus weniger Probleme als zuvor befürchtet, doch richtig glücklich wurden Japaner und Südkoreaner nicht miteinander.

An vielen Kleinigkeiten ließ es sich festmachen, dass es ihnen schwer fiel, sich auf eine Linie zu einigen. Nur ein Beispiel: Während die Telefonnummer des Media Officers in Südkorea für jeden Journalisten im so genannten Media Kit aufgelistet war, machten die Japaner ein Geheimnis daraus. Was aber bringt ein Medienbeauftragter, wenn er für die Medien nicht erreichbar ist? "Sorry, aber wir sind in Japan", antwortete eine ungewohnt zackige und damit gänzlich untypische Asiatin in Yokohamas International Stadium.

"Das Zentrum dieser Weltmeisterschaft befand sich irgendwo in einer langen Kundenschlange zwischen den Flughäfen von Seoul und Tokio", brachte es die "New York Times" auf den Punkt. Für die Fans ist die Zwei-Länder-Variante fatal, atmosphärisch kann sich wenig entwickeln, und wirtschaftlich bleibt ohnehin nur Kopfschütteln. 20 sündhaft teure Stadien werden in den wenigsten Fällen sinnvoll weiter genutzt, Japan und Südkorea verfügen ab sofort über etliche architektonische Schönheiten, deren Schicksal als Ruine vorgezeichnet ist.

Warum mit Yokohama ausgerechnet eine der langweiligsten Arenen zum Endspielschauplatz wurde, konnte im Übrigen auch niemand beantworten.

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