Zwei-Marken-Strategie nicht zu rechtfertigen
Shell gibt Tankstellen-Marke Dea auf

Die Shell-Gruppe gibt ihre Tankstellenmarke Dea auf. Noch in diesem Jahr werde ein Großteil der Dea-Stationen in Deutschland auf die internationale Marke Shell umgestellt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mit.

HB/dpa HAMBURG. Die Shell-Gruppe gibt ihre Tankstellenmarke Dea auf. Noch in diesem Jahr werden maximal 600 Dea-Stationen in Deutschland auf die internationale Marke Shell umgestellt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mit. Die restlichen 300 bis 400 Stationen folgen im nächsten Jahr. "Wir haben uns diesen Schritt nicht leicht gemacht", sagte Josef Waltl, der Chef der Oil GmbH. "Unter Abwägung aller Fakten gibt es aber keine Alternative, wenn wir unser Ziel erreichen wollen, mittelfristig die Nummer eins bei den Kunden zu werden."

Nach dem Verkauf von rund 600 Tankstellen nach Auflagen des Kartellamtes sei die zunächst ins Auge gefasste Zwei-Marken-Strategie nicht mehr tragfähig, sagte Shell-Sprecher Klaus Picard. Der Aufwand für eine nationale Marke sei nur dann zu rechtfertigen, wenn ein enges Tankstellennetz überall Präsenz gewährleiste. Das sei nicht mehr gegeben. Shell/Dea hat die Fusionsauflagen des Kartellamtes bislang erst zu 70 % umgesetzt. Das Netz, das gegenwärtig rund 2 600 Stationen umfasst, wird nochmals um rund 300 Tankstellen kleiner. Damit seien beide Marken in einzelnen Regionen nicht mehr ausreichend präsent.

"Vor diesem Hintergrund konnte es nur eine Entscheidung geben", sagte Waltl. "Wir konzentrieren alle Kräfte auf eine Marke, mit der wir zunächst an zweiter Stelle stehen." Nachhaltiges Wachstum sei aber nur mit einer internationalen Marke möglich. Um die Nummer eins zu werden, müsse Shell den Autofahrern Innovationen anbieten. Auf die Zahl der Arbeitsplätze im Shell/Dea-Konzern soll die Entscheidung keinen Einfluss haben.

Shell hatte Dea vor zwei Jahren übernommen und zunächst angekündigt, beide Marken zu erhalten. Nachdem der Konkurrent BP die Aral gekauft hatte und das Kartellamt beide Fusionen nur unter Auflagen genehmigte, setze jedoch ein Umdenken bei Shell ein. Künftig werden nach vorläufigen Schätzungen Aral/BP mit 22 % Marktanteil vor Shell mit rund 20 % die beiden führenden deutschen Tankstellenfirmen sein. Mit deutlichem Abstand auf dem dritten Rang folgt mit 11 % Marktanteil Exxon Mobil.

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