Zwei Monate vor Unglück TÜV-Prüfung ohne Beanstandungen
Technische Mängel brachten den Tod

Der Unglücksbus von Lyon war technisch unsicher. Das Bremssystem war nach Ermittlungen der französischen Behörden defekt. Sechs der acht Reifen hatten unterschiedliche Profile, sagte der Anwalt des Wunstorfer Busunternehmens Tiger-Reisen, Michael Falke, am Donnerstag der dpa in Hannover. Zudem soll der Boden des Busses nach einem Bericht des ARD-Magazins "Kontraste" von Rost zerfressen gewesen sein.

HB/dpa LYON/WUNSTORF. Bei dem Unglück Mitte Mai waren in Lyon 28 deutsche Urlauber ums Leben gekommen, darunter zehn aus Niedersachsen.

Falke berief sich auf einen Untersuchungsbericht der französischen Behörden. Er sagte, das Zusammenspiel der technischen Mängel solle zu dem Unfall geführt haben. Der Bus habe knapp zwei Monate vor dem Unfall die Hauptuntersuchung beim TÜV "ohne Mängel" bestanden. Noch vier Tage vor dem Unglück sei der Bus in einer Reifenwerkstatt gewesen. Dort seien zwei neue Reifen aufgezogen worden, die anderen Reifen seien nicht beanstandet worden und hätten auch ausreichendes Profil gehabt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein technisch einwandfreies Fahrzeug innerhalb von zwei Monaten plötzlich technisch desolat geworden sein soll", sagte Falke.

Das Fahrzeug war nach dem "Kontraste"-Bericht nicht korrekt gewartet und für den Verkehr deshalb nicht geeignet. Die Polizei habe bei den acht Reifen des Busses auch sechs verschiedene Herstellermarken gezählt, zitierte das Magazin aus dem vertraulichen Untersuchungsbericht. Von der Gendarmerie in Dardilly bei Lyon war am Donnerstag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer, Gunther Mörl, meinte: "Solche Mängel, wie sie die französische Polizei aufgelistet hat, dürften nach bestandener TÜV-Prüfung eigentlich gar nicht vorkommen."

Der Bus war mit 78 Menschen an Bord von der regennassen Fahrbahn abgekommen. Als Ursache hatte die französische Staatsanwaltschaft überhöhte Geschwindigkeit, Aquaplaning und Sicherheitsmängel vermutet.

dpa mk/al xxyni vs

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