Zwei Nachwuchskräfte rücken auf
Spar wechselt fast den kompletten Vorstand aus

Die von heftigen Turbulenzen geschüttelte Spar Handels-AG (Schenefeld bei Hamburg) hat erneut ihren Vorstand fast komplett ausgewechselt. Drei der vier Vorstände seien ausgeschieden, teilte das Unternehmen am Freitag in Hamburg mit.

dpa-AFX HAMBURG. Lediglich der Schweizer Fritz Ammann, der seit April dieses Jahres als Vorsitzender des Vorstands bei Spar an Bord ist, behält seine Position. Ersetzt werden die Manager Bernd Bonnet, Thomas Weiß und Bernhard Wilken durch zwei Nachwuchskräfte aus dem eigenen Haus, so dass der Vorstand sich von vier auf drei Mitglieder verkleinert. Erst im März hatte sich das Unternehmen von seinem Vorstandschef Arwed Fischer und dem Einkaufsvorstand getrennt.

Der neue Vorstandschef Ammann hatte im Juni seinen Sanierungsfahrplan für die nächsten rund eineinhalb Jahre vorgestellt. Dabei stellte Ammann, der schon den Schweizer Uhrenfabrikanten Omega oder den Brillenhersteller Carrera auf Kurs brachte, die mangelnde Abstimmung zwischen den Bereichen als großes Manko heraus. Darum organisierte er die Vorstandsbereiche neu und ordnete sich selbst Einkauf und Logistik sowie die Kontrolle über die rund 400 Eurospar- und 900 Netto-Filialen zu.

Der selbstständige Einzelhandel mit rund 3000 Spar-Läden, die Bereiche Controlling und Finanzen sowie das Personalwesen leiteten die nun ausgeschiedenen Vorstände. Dafür rücken Olaf Herrschel und Michael Ludwig, die seit Mai das Sanierungsteam der "größten Baustelle" - die Eurospar- und Intermarché-Filialen - bilden, in das Führungsgremium auf.

Der französische Spar-Großaktionär ITM Enterprises S.A. (Intermarché) steht nach Ammans Angaben hinter seinen Plänen, die beispielsweise die für 2001 vorgesehene Umstellung von weiteren 169 Eurospar-Märkten auf das Intermarché-Frische-Konzept vorerst auf Eis legten. Amman rechnet damit, im vierten Quartal 2002 die Gewinnschwelle zu erreichen. 1999 war im Konzern erstmals ein Jahresfehlbetrag von 203,5 Mill. DM ausgewiesen worden, bei einem Umsatz von rund 14,4 Mrd.. DM (7,36 Mrd. Euro). Die Bilanz für 2000 legt der Sanierer am Montag in Hamburg vor.

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