Zwei neue geschlossene Fonds
Mit Schiffen Steuern sparen

Zwei neue geschlossene Fonds bieten Steuersparern die Möglichkeit, sich mit überschaubarem Einsatz gleich an mehreren Schiffen zu beteiligen.

HB/ Düsseldorf. Lege niemals alle Eier in einen Korb. Kein verspäteter Tipp für Osterhasen, sondern eine Grundregel für Anleger, auf die nun zwei Schiffsfonds-Anbieter eingehen: Der Anleger, der mit mindestens 15.000 bzw. 20.000 Euro einsteigt, beteiligt sich jeweils an mehreren Schiffen.

Gemeinsam ist beiden Fonds, dass die Dachgesellschaften auf Fremdkapital verzichten. Nur die Zielfonds finanzieren Schiffe auch durch Kredite. Dabei wird auf die wegen niedriger Zinsen beliebten, aber wegen der fremden Währung riskanten Yen-Kredite verzichtet. Dass Kredite in Dollar aufgenommen werden, ist in Ordnung, weil Schiffe ihr Geld in Dollar verdienen.

Doch dann entfernen sich die Konzepte voneinander. Der HCI-Dachfonds investiert in sechs bestehende Einschiffsgesellschaften, an denen bereits andere Privatanleger direkt beteiligt sind. Diese Fonds betreiben drei Mehrzweckfrachter ähnlicher Kapazität plus zwei Feederschiffe (Container-Zubringerschiffe, die auch kleinere Häfen anlaufen können) und ein Vollcontainerschiff, das mit 2 764 TEU rund dreimal so viel 20-Fuß-Normcontainer transportieren kann wie die Feeder. HCI setzt bei den Mehrzweckfrachter auf stabile Charterraten, weil viele davon abgewrackt werden. Dagegen gibt es bei Containerschiffen drückende Überkapazitäten. Experten bestätigen, dass Zubringerschiffe vom Ratenverfall weniger betroffen sind als größere Schiffe. Garantien sichern Einnahmen teils bis zu drei Jahre nach Ablieferung der Schiffe. Anfangsverluste (s. "Steuern") wie Ausschüttungen der Einzelfonds werden über den Dachfonds an die Anleger weitergereicht.

Das Kapital der Premicon-Anleger stellt dagegen die Kapitalerhöhung für eine Dachgesellschaft dar, in der zwei zu gleichen Teilen beteiligte Reederfamilien immer das Sagen behalten werden. Denn die Fondsgesellschaft, an der sich die Privatanleger beteiligen, kann sich maximal mit 29,9 Prozent an der Dachgesellschaft beteiligen. Ihr frisches Kapital dient zum Ankauf neuer Schiffe. Die Reederfamilien Danz und Tietjens bringen ihre Feeder, bewertet durch einen Wirtschaftsprüfer, als Sachkapital in die Gesellschaft ein. Ein neues Schiff ergänzt bereits die Flotte auf sieben Schiffe und senkt deren Durchschnittsalter auf gut acht Jahre. Das Geld der Anleger wollen die Reeder nicht allein durch den Schiffsbetrieb, sondern auch durch günstige Käufe und Verkäufe mehren. Dazu gehört auch, dass Kredite kurzfristig getilgt und jederzeit wieder aufleben können.

Die Anleger werden mit neun Prozent Vorabausschüttung für ihre geringe Einflussmöglichkeit auf die Dachgesellschaft entschädigt. Eine Änderung des Gesellschaftsvertrags, der auch die Vorabausschüttung umfasst, bedürfte einer Mehrheit von 95 Prozent auf Ebene der Dachgesellschaft, die ohne die Stimmen der Privatanleger nicht zustande kommt. Wer, wie erstmals Ende 2012 vorgesehen, aussteigen möchte, sollte bedenken: Erwischt er einen ungünstigen Zeitpunkt, etwa weil eine Vielzahl anderer Anleger dasselbe wollen, muss er womöglich noch fünf Jahre auf die Auszahlung seines Anteils warten. Das passiert, wenn die Auszahlung nicht aus liquiden Mitteln oder dem Wiederaufleben eines Kredits (Revalutierung) erfolgen kann und das Management, also die Reederfamilien, einen Schiffsverkauf wegen ungünstiger Marktverhältnisse ablehnt.

Welcher Fonds ist nun der richtige? Die Risikostreuung geht beim HCI-Fonds auf Grund der Investition in unterschiedliche Schiffstypen etwas weiter. Hier sind bereits die Daten aller Fondsschiffe bekannt. Premicon kann lediglich zusichern, weiter ins Feeder-Segment zu investieren. Dass die Einflussmöglichkeit eines Premicon-Anlegers auf das Management verschwindend gering ist, ist nicht zu bestreiten. Doch sollte niemand glauben, er könne in einem typischen Schiffsfonds wirklich Einfluss auf die Geschäftsführung nehmen. Premicon-Anleger gewähren den Reederfamilien einen Vertrauensvorschuss. Die - auch nachholbare - Vorabausschüttung bedeutet, dass die Reeder womöglich auf Ausschüttungsanteile verzichten, während der HCI-Dachfonds nur ausschüttet, was die Zielfonds einspielen.

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