Zwei Ölbohrinseln wurden gestürmt
165 Shell-Mitarbeiter in Nigeria als Geiseln genommen

Bewaffnete haben bereits am Montag zwei Ölböhrinseln gestürmt. Sie forderten Arbeitsplätze für die örtliche Bevölkerung.

Reuters LAGOS. In Nigeria haben Bewaffnete auf zwei Ölbohrinseln 165 Mitarbeiter des Unternehmens Royal Dutch Shell als Geiseln genommen. Ein Sprecher des britisch-niederländischen Unternehmens sagte am Mittwoch, bereits am Montagnachmittag seien die beiden Anlagen im Niger Delta von rund 30 bewaffneten Bewohnern gestürmt worden. Die Geiselnehmer forderten Arbeitsplätze für die örtliche Bevölkerung und eine Entschädigung für die Förderung des Öls in ihrer Region. Nach Angaben des Sprechers sind offenbar 14 der Geiseln ausländische Mitarbeiter, deren Nationalität jedoch nicht genannt wurde.

Der Shell-Sprecher sagte, das Unternehmen verhandele mit den Geiselnehmer, eine Lösung sei dabei aber noch nicht erzielt worden. Der Zustand der Geisel sei unklar. Die beiden besetzten Anlagen befinden sich in Mangrovensümpfen, rund 100 Kilometer nördlich der Hafenstadt Port Harcourt. Nach einem BBC-Bericht hat Shell unter anderem den Gouverneur des Bundesstaates Bayelsa um Hilfe zur Beendigung der Geiselnahme ersucht.

Im Niger-Delta ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Unruhen im Zusammenhang mit der Ölförderung gekommen. Die dortige Bevölkerung sieht sich an dem Ölreichtum der Region völlig unzureichend beteiligt und wirft den Ölunternehmen die Ausbeutung ihrer Heimat vor.

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