Zwei radikale Hamas-Anhänger unter den Toten
Sechs Tote bei Raketenangriff Israels

Mit einem gezielten Raketenangriff hat Israel am Montag im Gaza-Streifen sechs Palästinenser getötet. Im Westjordanland rückten Panzer wieder in Ramallah ein und umstellten den Amtssitz von Palästinenser- Präsident Jassir Arafat. Gegen den Anführer der radikalen Hamas-Bewegung verhängte Arafat Hausarrest.

Reuters GAZA-STADT. Die Raketen wurden in der Nähe von Rafah unweit der ägyptischen Grenze von israelischen Kampfhubschraubern aus abgeschossen. Die Armee hat auf diese Weise schon mehrfach gezielt Palästinenser getötet, die auf ihrer Fahndungsliste standen. Diese Praxis ist international immer wieder kritisiert worden. Unter den Toten sollen sich zwei führende Mitglieder der radikalen Hamas-Bewegung befinden. Ein Vertreter der Hamas sagte, die "israelischen Mörder" müssten bestraft werden. Die Antwort der Hamas würden anhaltender Widerstand und ein "Heiliger Krieg" gegen Israel sein.

Erneuter Vorstoß nach Ramallah

Zuvor waren am frühen Morgen israelische Truppen mit Panzer- Unterstützung in Ramallah eingedrungen. Damit sind bereits sechs palästinensische Städte im Westjordanland von israelischen Truppen wieder besetzt worden. In Dschenin zerstörte die Armee nach eigenen Angaben einen Gebäudekomplex, in dem eine Bank und eine versteckte Bombenwerkstatt untergebracht gewesen seien. Bewohner berichteten, auch der Amtssitz Arafats sei erneut umstellt worden. Es seien mehrere Explosionen zu hören gewesen. Über Lautsprecher sei eine Ausgangssperre verkündet worden. Die israelischen Einheiten hätten sich dem Hauptquartier Arafats genähert, seien aber nicht auf das Gelände vorgerückt, wo sich Arafat aufhalte.

Arafat, der sich wachsendem internationalen Druck ausgesetzt sieht, Anschläge in Israel zu verhindern, setzte den Hamas-Chef Scheich Ahmed Jassin in Gaza-Stadt unter Hausarrest. Dessen Gefolgsleute und palästinensische Polizisten lieferten sich daraufhin eine Straßenschlacht, bei der auch Schüsse fielen. Beide Seiten beschuldigten sich, das Feuer eröffnet zu haben. Ein Verletzter berichtete im Krankenhaus, er sei von der Polizei angeschossen worden. Der Zwischenfall ereignete sich beim Marsch von Hamas-Mitgliedern zum Haus Jassins, das Dutzende seiner Anhänger schützend umstellt hatten. In 150 Metern Entfernung bezogen etwa 50 Polizisten Posten.

Bush wird Nahost-Pläne verkünden

US-Präsident George W. Bush könnte nach Informationen aus dem Präsidialamt noch am Montagnachmittag seine Nahost-Pläne darlegen. Bush hatte eine bereits angekündigte Rede in der vergangenen Woche nach zwei Selbstmordanschlägen in Jerusalem mit 26 Toten verschoben. Aus dem Präsidialamt verlautete, bis zum späten Sonntagabend sei noch keine Entscheidung gefallen. Bush könnte seine Nahost-Politik auch am Dienstag erläutern, ehe er dann zum G-8-Gipfel nach Kanada reist.

Bei einem Besuch in Kairo forderte der neue französische Außenminister Dominique Galouzeau de Villepin Israelis und Palästinenser auf, die Eskalation der Gewalt zu beenden und eine politische Lösung mit dem Ziel zweier Staaten "Seite an Seite" am Verhandlungstisch anzustreben.

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