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Zwei US-Soldaten sterben bei Hubschrauber-Absturz

Präsident Bush bringt die Sache auf den Punkt: "Wir sind jetzt voll im Kampf". Die lang erwartete zweite Phase der Kämpfe in Afghanistan - der Einsatz von Bodentruppen - hat begonnen.

dpa WASHINGTON7ISLAMABAD. Zwei US-Soldaten, die diese Aktion von Pakistan aus unterstützten, stürzten mit einem Kampfhubschrauber ab und kamen uns Leben. Fünf weitere Soldaten wurden verletzt.

US-Generalstabschef Richard Myers bestätigte den Einsatz der Spezialkommandos und den Hubschrauberabsturz, wollte aber keine genauen Einzelheiten nennen. Zwei Männer seien bei dem "Missgeschick" getötet und drei verletzt worden. US-Präsident George W. Bush sagte am Rande des Asien-Pazifik-Gipfels in Schanghai zum Tod der beiden Soldaten im Hubschrauber: "Die Amerikaner wissen, dass wir jetzt voll im Kampf sind. Es wird Opfer geben. Aber diese Soldaten werden nicht umsonst ums Leben gekommen sein. Unsere Sache ist gerecht."

Der Kampfhubschrauber stürzte nach inoffiziellen pakistanischen Angaben nahe der Luftwaffenbasis Dalbandin im Südwesten Pakistans ab. Er war dort aufgestiegen, um für Rettungseinsätze der Elitesoldaten bereit zu sein. Taliban-Sprecher erklärten, der Hubschrauber sei über Kandahar getroffen worden. Die beschädigte Maschine sei noch über die Grenze nach Pakistan geflogen, ehe sie abstürzte. Dies wurde von Generalstabschef Myers energisch dementiert. Möglicherweise habe durch die Rotoren aufgewirbelter Sand den Piloten die Sicht genommen.

Ziel des Kommandounternehmens waren den Berichten zufolge Stellungen der Taliban im Süden des Landes, darunter ein Flugplatz nahe von Kandahar und eine Kommandozentrale der Taliban. Nach Worten von Myers wurden Terrorziele angegriffen und zerstört. Die US-Soldaten seien dabei von feindlichen Truppen kaum beeinträchtigt worden. Auf Seiten der Taliban habe es Widerstand und Verluste gegeben. "Unser Einsatz war im Großen und Ganzen erfolgreich", sagte Myers. Die Soldaten kehrten nach mehreren Stunden zurück. Nach Myers Angaben wurden zwei der Soldaten beim Fallschirmabsprung verletzt.

Bei den Einheiten soll es sich überwiegend um Army Rangers gehandelt haben. Sie gelten als Speerspitze der Spezialkommandos und sind besonders für Nachteinsätze, Infantrieangriffe und die Einnahme von Flughäfen ausgebildet. Die meisten kamen von dem Flugzeugträger "Kitty Hawk" im Arabischen Meer. Nach Angaben von Taliban-Sprecher Amir Khan Muttaki wurden die US-Soldaten mit Hubschraubern in den Hügeln von Arghandab abgesetzt, nachdem die Region zuvor heftig bombardiert worden war.

Bundesaußenminister Joschka Fischer traf sich in Tadschikistan mit dem Außenminister der die Taliban bekämpfenden afghanischen Nordallianz, Abdullah Abdullah. Danach sagte Fischer, der von der EU vorgelegte Plan für die Befriedung Afghanistans habe bei seinen Gesprächen viel Zustimmung erhalten. Dazu gehörte auch der Plan, den früheren afghanischen König für eine Übergangszeit als Integrationsfigur einzusetzen und eine Versammlung aller ethnischer Gruppen einzuberufen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen hat sich die Sicherheitslage im Innern Afghanistans dramatisch verschlechtert. Bewaffnete Banden plünderten die Vorräte der Hilfsorganisationen. Es gebe Anzeichen, dass die Taliban die Kontrolle verlören. Die pakistanische Zeitung "Dawn" berichtete am Samstag, drei Deutsche und ein Australier seien bei der Ausreise aus Afghanistan festgenommen worden. Ihnen würden Verbindungen zur Terrorgruppe El Kaida vorgeworfen. Ein Deutscher sei ausgewiesen worden, die anderen würden vom pakistanischen Geheimdienst ISI und vom amerikanischen FBI verhört.

Der Bundestag wird frühestens im November über einen deutschen Militärbeistand im Kampf gegen Terroristen entscheiden. Die Beratungen zwischen der Bundesregierung und den USA liefen noch, schrieb SPD-Fraktionschef Peter Struck am Samstag an alle SPD-Abgeordneten.

Auf der Suche nach den Urhebern der Anthrax-Briefe konzentriert sich die amerikanische Polizei inzwischen auf einen Postbezirk in New Jersey. Von dort waren mindestens zwei Briefe mit den Milzbrandbakterien abgeschickt worden. Bei acht Menschen in den USA war bis zum Samstag die Krankheit ausgebrochen. In einer Poststelle des US-Kongresses wurden am Samstag neue Anthraxspuren entdeckt. Inzwischen tauchte auch ein Anthrax-Brief in Argentinen auf.

Ein entschlossenes Vorgehen gegen den Terrorismus einschließlich der amerikanisch-britischen Militärschläge findet bei den europäischen Staaten breite Unterstützung. Auf einer Zusammenkunft der so genannten Europakonferenz erklärten sich die Delegationen von rund 40 europäischen Staaten, darunter Russland und die Ukraine, am Samstag in Brüssel solidarisch mit den USA und versprachen ihrerseits, energisch gegen den Terrorismus vorzugehen.

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